Berlin
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Die pulsierende 3,4-Millionenstadt Berlin erfindet sich immer wieder neu. Radikale Umbrüche prägen ihre Geschichte: Residenz brandenburgischer Kurfürsten und preußischer Könige, Hauptstadt des Deutschen Reichs, Weltkulturmetropole in den „goldenen“ Zwanziger Jahren, ab 1933 dunkle Zeiten als Hauptstadt des nationalsozialistischen Deutschland, nach 1945 Stadt der Trümmerfrauen, Landeplatz der Luftbrücke, Kulminationspunkt des Kalten Krieges, geteilte Mauerstadt und schließlich Hauptstadt und Regierungssitz des seit 1990 wiedervereinigten Deutschland.
Gegensätze stellen in diesem Laboratorium der Veränderung keinen Widerspruch dar: Große Politik wird gemacht, Politiker aber nicht so wichtig genommen, die Currywurstbude steht neben dem Gourmet-Tempel, moderne Architektur neben bröckeligen Fassaden, dicht bebaute Quartiere grenzen an grüne Oasen, Multikulti lebt neben Laubenpiepern, Berliner Schnauze kommuniziert im internationalen Sprachenmix — Weltläufigkeit trifft Gemütlichkeit. Als Kulturmetropole, Medienhochburg, Mode- und Musikstadt ist Berlin ein Mekka für Menschen voller Neugier und Ideen. Studierende, aber auch Künstler, Träumer und Weltverbesserer finden bei günstigen Mieten und geringen Lebenshaltungskosten viele Schlupfwinkel und Spielwiesen. Für die Erkundung des kulturellen Lebens in den Szenevierteln Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg braucht man wohl mehr als nur ein Studentenleben.
Berlin ist aber nicht nur Stadt der Kultur, sondern auch Wissenschaftsmetropole und kann auf eine beeindruckende Tradition mit weltberühmten Gelehrten wie den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, dem Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel, den Physikern Max Planck, Albert Einstein, Otto Hahn, Lise Meitner oder Konrad Zuse, dem Vater des Computers, zurückblicken. Heute lernen und arbeiten hier rund 135 000 Studierende an 26 Hochschulen. Kaum noch überschaubar ist die Fülle von außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit tausenden Beschäftigten. Keine andere deutsche Stadt verfügt über eine derartige Dichte wissenschaftlicher Institutionen.
Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten
Vieles gibt es in Berlin mehrfach — ein Ergebnis der jahrzehntelangen Teilung der Stadt. Nicht nur, dass Berlin über zwei Zoos und drei Opernhäuser mit klassischem Repertoire verfügt: Gleich zwei prominente Volluniversitäten mit jeweils rund 30 000 Studierenden sind hier vertreten.
Freie Universität Berlin
Die Freie Universität Berlin entstand als Gegenpol zur damals kommunistisch dominierten alten Berliner Universität im sowjetischen Sektor der Stadt. Sie wurde 1948 im amerikanischen Sektor gegründet und liegt in Dahlem, einem Ortsteil im grünen Berliner Südwesten. Das Fächerspektrum der aus ihrer Tradition heraus international orientierten Universität umfasst die Naturwissenschaften ebenso wie die Rechts-, Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Ihre regionalwissenschaftlichen Zentralinstitute für Nordamerika, Lateinamerika und Osteuropa sind deutschlandweit einmalig. Die FU gehört zu den wissenschaftlichen Top-Adressen. Sie zählt zu den neun deutschen Hochschulen, die in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in allen drei Förderlinien erfolgreich abgeschnitten haben und deren Exzellenz-Zukunftskonzepte gefördert werden. Die Freie Universität kann sich somit als „Internationale Netzwerkuniversität“ im weltweiten Wettbewerb der Hochschulen positionieren.
Humboldt-Universität zu Berlin
Ein genauso breites Fächerspektrum bietet die Humboldt-Universität zu Berlin, wobei sie aber in vielen Bereichen andere fachliche Akzente setzt — es lohnt sich deshalb, die Studienangebote beider Universitäten genau miteinander zu vergleichen. Viele Einrichtungen der Humboldt-Universität findet man im Herzen der Stadt nahe dem Regierungsviertel. Von ihrem Hauptgebäude ist das Brandenburger Tor zu Fuß in zehn Minuten zu erreichen. Die naturwissenschaftlichen Institute dieser ältesten, nach der Wiedervereinigung 1990 vollständig reformierten Berliner Universität sind heute Teil eines der weltweit größten und modernsten Technologieparks, des Campus Berlin-Adlershof im Südosten der Stadt.
Charité
Eine Berliner Besonderheit ist, dass die Universitätsmedizin von Freier Universität und Humboldt-Universität gemeinsam getragen wird. An der traditionsreichen Charité arbeiteten und lehrten einst die ärzte und Wissenschaftler Rudolf Virchow, Robert Koch, Ferdinand Sauerbruch sowie Emil Behring. Mit ihren vier Standorten in den Stadtteilen Mitte, Wedding, Steglitz und Buch ist die Charité eine der größten und forschungsstärksten medizinischen Fakultäten Europas.
Technischen Universität Berlin
An der in der westlichen City gelegenen Technischen Universität Berlin kann man eine riesige Bandbreite ingenieur- und naturwissenschaftlicher Fächer studieren. Darüber hinaus sind dort aber auch eine Reihe geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen vertreten. Die Technische Universität ist eine der größten und renommiertesten deutschen Hochschulen mit technisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung und hat traditionell einen hohen Anteil internationaler Studierender: Jeder Fünfte, der in den Gebäuden rund um den Charlottenburger Ernst-Reuter-Platz für sein Examen büffelt, kommt aus dem Ausland.
Viele Alleinstellungsmerkmale im Studienangebot und in der wissenschaftlichen Ausrichtung kennzeichnen heute die TU Berlin. So bietet sie als einzige Universität in der Region eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. Als starke Forschungsuniversität fördert sie die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft. Ein hohes Drittmittelvolumen ist ein Beleg hierfür.
Universität der Künste
Nur wenige Meter vom Hauptgebäude der Technischen Universität entfernt ist die Universität der Künste beheimatet: Unter Berücksichtigung ihrer Vorgängerinstitutionen ist sie bereits rund 300 Jahre alt und heute eine der führenden und vielfältigsten künstlerischen Hochschulen Europas. Mit ihren vier Fakultäten für Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst bietet sie ein wissenschaftlich fundiertes Studium, wozu auch die Lehramtsausbildung in Kunst und Musik gehört. Im Osten der Stadt bereichern drei weitere künstlerische Hochschulen die Berliner Wissenschafts- und Kulturlandschaft. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ erhalten die Studierenden eine exzellente künstlerische Ausbildung mit jeweils besonderen Konzepten und Schwerpunkten, die sich von denen der Universität der Künste unterscheiden.
Fachhochschulen
Berlin besitzt acht öffentliche Fachhochschulen, die sich jeweils auf ein mehr oder weniger großes Fächerspektrum spezialisiert haben. Die meisten Studierenden hat die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, die eine über Wirtschaft und Verwaltung bis zu Design und Technik reichende Bandbreite der Fächer abdeckt. Ihre derzeit vier Standorte in den östlichen Bezirken werden bis zum Jahr 2009 auf Karlshorst und Oberschöneweide konzentriert, wo im Moment historische Industrieanlagen aufwändig in moderne Hochschulgebäude umgewandelt werden. Die Fachhochschule für Wirtschaft in Schöneberg bietet trotz ihres Namens nicht nur wirtschaftswissenschaftliche Fächer an. Im Fachbereich Berufsakademie der Fachhochschule für Wirtschaft können wirtschafts- und technikorientierte duale Studiengänge belegt werden, die so organisiert sind, dass die Studierenden ihre Ausbildung jeweils zur Hälfte an der Hochschule und in einem Betrieb absolvieren. Im Wedding, in Nachbarschaft zum Campus Rudolf-Virchow der Charité, stehen die Lehr- und Forschungsgebäude der Technischen Fachhochschule. Hier kann eine große Zahl technikorientierter Studiengänge, aber auch naturwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Fächer sowie Architektur studiert werden — einige von ihnen auch in dualer Form.
Gleich drei Berliner Fachhochschulen widmen sich den Bereichen Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Gesundheit und Pflege. Die Alice Salomon Fachhochschule im Stadtteil Hellersdorf hat die meisten Studienplätze; etwas kleiner sind die in der Nähe der Freien Universität gelegene Evangelische Fachhochschule und die Katholische Hochschule für Sozialwesen in Karlshorst. Wer an einer der beiden konfessionellen Fachhochschulen studieren möchte, muss übrigens keiner bestimmten Glaubensrichtung angehören. Hauptsächlich auf Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung ist das Studium zweier weiterer Berliner Hochschulen ausgerichtet: Die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege und die Berliner Niederlassung der Fachhochschule des Bundes sind für die Ausbildung des Nachwuchses für Rathäuser, Justiz, Polizei sowie Sozialversicherung zuständig.
Private Hochschulen
Neben den öffentlichen Hochschulen ist in Berlin auch eine Reihe von privaten Hochschulen mit staatlicher Anerkennung angesiedelt. Wie insgesamt für Deutschland typisch, sind auch in Berlin die privaten Hochschulen relativ klein und ihr Fächerspektrum ist meist auf wenige Fächer begrenzt. Im Studienangebot der privaten Hochschulen spielen die Wirtschaftswissenschaften und ihre benachbarten Fächer eine bedeutende Rolle, aber auch Studiengänge in den Bereichen Film oder Design können an Berliner Privathochschulen belegt werden.
Bekannte Unternehmen der Stadt Berlin
1. ALBA AG
2. Axel Springer AG
3. Bayer Schering Pharma AG
4. Berlin-Chemie AG
5. Berliner Verkehrsbetriebe
6. Berliner Zeitung
7. Bombardier Transportation
8. C. Bechstein Pianoforte-Fabrik
9. Coca Cola Deutschland
10. Deutsche Bahn AG
11. Dussmann
12. Gazprom Germania
13. Helios Kliniken GmbH
14. Herlitz
15. KPMG
16. Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
17. Pfizer Deutschland
18. Rundfunk Berlin-Brandenburg
19. Siemens AG (Doppelsitz mit München)
20. Solon AG
21. Sony Deutschland GmbH & Sony Europe GmbH
22. Toll Collect GmbH
23. Universal Music
24. Vattenfall Europe
25. Viacom Germany (MTV, VIVA, Nickelodeon, Comedy Central)
26. Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
Die 20 größten Unternehmen in Berlin
1. Deutsche Bahn AG
2. Charité Universitätsmedizin
3. Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
4. Siemens AG
5. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
6. Deutsche Telekom AG
7. Deutsche Post World Net
8. Metro AG
9. Daimler AG
10. Landesbank Berlin Holding AG
11. Unternehmensgruppe Gegenbauer
12. Vattenfall Europe
13. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
14. Berliner Wasserbetriebe
15. Dussmann
16. Deutsche Lufthansa AG
17. Edeka-Gruppe
18. Bayer Schering Pharma AG
19. Karstadt Warenhaus GmbH
20. Kaiser's Tengelmann AG


