Lebenslanges Lernen
Das Thema des lebenslangen Lernens hat in den letzten Jahren vermehrt öffentliche Aufmerksamkeit genossen und ist in zahlreiche bildungspolitische Konzepte eingeflossen. So legte die Europäische Kommission 2001 ein Memorandum über lebenslanges Lernen vor, in dem sie konkrete Maßnahmen benennt, die die Mitgliedsländer umsetzen sollen, damit alle europäischen Bürger während des ganzen Lebens Zugang zu qualitativ hochwertigen und ihren Bedürfnissen entsprechenden Bildungsangeboten haben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland schrieb 2004:„Lebenslanges Lernen hilft, den zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und Ausgrenzung soweit wie möglich zu vermeiden. Im Rahmen einer Gesamtstrategie soll das Ziel verfolgt werden, die Bildungsteilhabe zu erhöhen,allen Menschen mehr Chancen zur persönlichen, ihren Begabungen entsprechenden gesellschaftlichen und beruflichen Entwicklung zu ermöglichen.
â€Lernen kann in der heutigen Welt nicht mehr nach Schule, Ausbildung oder Studium aufhören. Es ist vielmehr der Schlüssel beziehungsweise das Werkzeug zum Erlangen von Bildung und damit für die Gestaltung der eigenen individuellen Lebens- und Arbeitschancen. Ausgelernt hat man heute nie.Wer auf dem Arbeitsmarkt mithalten oder sich einfach nur weiterbilden will, kommt um lebenslanges — und vor allem — berufsbegleitendes Lernen nicht herum. Lebenslanges Lernen sichert nicht nur Chancen, es öffnet auch Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und stärkt individuelle Selbstbestimmungsmöglichkeiten. Es bietet jedem Einzelnen die Möglichkeit, soziale Anerkennung und individuelle Zufriedenheit zu erlangen und seine Persönlichkeit in allen Lebensphasen zu entfalten. Lebenslanges Lernen soll Menschen und Unternehmen nicht nur in die Lage versetzen, auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel problemlösend zu reagieren, sondern Potenziale zu seiner aktiven Gestaltung zu entwickeln.
Das Leben und Arbeiten in der Wissensgesellschaft und der herausragende Stellenwert der Entwicklung des Humanvermögens haben insgesamt bereits zu einer Aufwertung des Lernens im Lebenslauf beigetragen. Um die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen, müssen die Möglichkeiten für das Lernen im gesamten Lebenslauf verbessert und attraktiver gestaltet werden, indem neue Anreize geschaffen und bestehende Hindernisse beseitigt werden:
- Jede Person muss ermutigt werden, das Lernen als bleibende Herausforderung und als Chance für die persönliche Lebensgestaltung anzunehmen.
- Kein Abschluss soll ohne die Möglichkeit eines Anschlusses zu einer weiteren Qualifizierung bleiben.
- Unternehmen und Verwaltungen müssen ihre Personalentwicklung noch stärker als bisher am Lernen im Lebenslauf und damit auf die bedarfsorientierte, fortlaufende Qualifizierung während der gesamten Lebensarbeitszeit ausrichten.
- Dies bedeutet ebenso, dass neben einer Angebots- auch eine verstärkte Nachfrageorientierung erforderlich ist.
- Dabei sind - insbesondere im Rahmen der öffentlich verantworteten Weiterbildung - bezahlbare und zielgruppenspezifische Angebote zu schaffen, die auch bildungsferneren Schichten einen einfachen Zugang zu Weiterbildung bieten.
- Wichtig sind vor allem eine an der Berufs- und Arbeitsbiographie und der Lebens- und Lernsituation der Menschen orientierte Bildungsberatung und entsprechende Lernangebote. Das schließt eine konsequente Einbeziehung der vielfältigen informellen Lernprozesse außerhalb von Bildungsinstitutionen ein. Arbeitsprozesse müssen lernintensiver gestaltet werden, um die Chancen des Lernens am Arbeitsplatz besser zu nutzen.
- Wir wollen insgesamt das Lernen im Lebenslauf für und mit Unternehmen ausbauen und die Weiterbildung stärker mit der High-Tech-Strategie verbinden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den kleinen und mittleren Unternehmen.
Quelle: BMBF, karrierefuehrer.de


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