Sonderformen
Neben den generalistischen MBA-Programmen haben sich auch Programme mit Spezialisierungen in einzelnen Managmentdisziplinen (z. B. Controlling & Finance) etabliert. Diese Programme richten sich an Personen, die eher eine Experten- als eine Managementfunktion anstreben. Es gibt auch MBA-Programme, die nicht als postgraduale Studien für Bewerber mit Berufserfahrung, sondern als Weiterführung eines Undergraduate-Studiums (sog. „Junior-MBA“) durchgeführt werden. Diese Formen entsprechen nicht den MBA-Guidelines, die für diese Studienformen andere Abschlussbezeichnungen als MBA empfehlen.
Gerade in Deutschland bezeichnen sich viele Studienangebote als MBA, ohne wirkliche MBA-Programme zu sein. Nach internationalem Verständnis, nach dem auch die Akkreditierungen ausgesprochen werden, ist ein MBA ein General-Management-Programm, kein Aufbau- oder Vertiefungsstudiengang in einer bestimmten Disziplin. Ein "MBA in Marketing" beispielsweise ist damit ein Widerspruch an sich. Der Grund für diesen "Etikettenschwindel" ist beim "Mythos MBA" zu suchen. Offenkundig sind für den Anbieter mit einem "MBA" höhere Studiengebühren zu erzielen als mit einem Master-Studiengang (MSc). Das Nachsehen hat der Absolvent, der ein Diplom ohne echten Marktwert erworben hat. Mit anderen Worten: Achtung vor Titelhändlern und Abzockern.
Unterrichtsmethoden und Prüfungsleistungen
Für MBA-Programme charakteristisch ist die starke Betonung von Projektunterricht und Gruppenarbeiten sowie die Verwendung von Fallstudien. Wie in allen Masterstudiengängen ist am Ende des Studiums eine Masterthesis zu verfassen und in einer mündlichen Abschlussprüfung zu verteidigen.
Studienorganisation
Die Regelstudienzeit eines Vollzeitstudiums liegt zwischen einem und zwei Jahren, was 60 bis 120 ECTS-Punkten entspricht. Das Studium wird aufgrund der hohen Nachfrage aus den Reihen berufstätiger Akademiker meist berufsbegleitend in Form eines Teilzeitstudiums oder Fernstudiums mit Präsenzveranstaltungen, zum Teil verbunden mit einem Auslandsaufenthalt, angeboten.
Studiengebühren
MBA-Programme gelten als Weiterbildungsprogramme und sind daher in der Regel zur Gänze durch Studiengebühren finanziert. Je nach Anbieter variieren die Gebühren im deutschsprachigen Raum zwischen 1.000 Euro und 60.000 Euro für die gesamte Studiendauer. Der Durchschnittswert in Deutschland liegt bei ca. 17.000 Euro. In anderen Ländern sind bei renommierten Hochschulen noch wesentlich höhere Studiengebühren üblich. Zum Beispiel Harvard gibt auf seiner Seite an, dass das Vollzeit MBA-Programm ca. 42.000 Dollar pro Jahr kostet (2008), hinzu kommen Lebenshaltung, Krankenversicherung, Miete etc., sodass am Ende rund 72.000 Dollar herauskommen.
Akkreditierung der Schulen
Bis vor wenigen Jahren war die Prüfung (Akkreditierung) des Studienangebots einer Hochschule oder sogar der gesamten Hochschule und ihrer Verwaltung und Strukturen durch eine unabhängige Organisation, für die die Hochschule noch selbst bezahlen muss, völlig unbekannt. Im anglo-amerikanischen Raum, und besonders für den internationalen MBA-Markt hingegen ist dies schon seit Jahrzehnten so. Deshalb gilt: Jedes seriöse MBA-Programm kann eine solche Akkreditierung vorweisen. International maßgeblich sind die US-amerikanische Akkreditierungsorganisation AACSB und ihr europäisches "Gegenstück" EFMD mit ihrem equis-Gütesiegel. Rein nationale Akkreditierungen haben auf dem internationalen MBA-Markt keine Bedeutung. Eine MBA-Schule, die keine AACSB- oder equis-Akkreditierung besitzt, sollte man nur mit besonderen Gründen wählen.
Die European Foundation for Management Development (EFMD) mit Sitz in Brüssel ist das "europäische Gegenstück" zur amerikanischen Akkreditierungsbehörde AACSB. Ursprünglich eine Vereinigung von europäischen Hochschulen und Business Schools hat die EFMD mittlerweile auch zahlreiche nicht-europäische Mitglieder. Eine Besonderheit ist, dass auch Unternehmen EFMD-Mitglieder werden können. Heute zählt die gemeinnützige Organisation insgesamt 650 Mitglieder in 75 Ländern. Für MBA-Interessenten relevant ist die Akkreditierung einer Business School durch die EFMD; seit 1997 vergibt sie das equis-Gütesiegel. Die komplette Liste findet sich auf www.efmd.org
Ranking
Nach einer Akkreditierung ist eine gute Platzierung auf einem der international einflussreichen MBA-Rankings die zweite wichtige Entscheidungshilfe für potenzielle MBA-Studenten. Solche Ranglisten veröffentlichen heute eine Vielzahl von Publikationen, seitdem das US-Wirtschaftsmagazin "Business Week" vor über 15 Jahren dem Trend setzte; maßgeblich sind aber nur eine Hand voll. International am einflussreichsten sind die Rankings von "Financial Times" und "Business Week". In den USA wichtig sind auch "US News and World Report" und "Wall Street Journal", hilfreich ist auch das Ranking der "Economist Intelligence Unit". Grundsätzlich sind alle Rankings mit Vorsicht zu genießen, da unterschiedliche Erhebungsgrundlagen und Methoden auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Allerdings zeigt ein Vergleich der maßgeblichen Rankings auch dies: Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, welches die zehn besten US-amerikanischen Business Schools sind und wer in Europa die Spitzengruppe bildet.
Quelle: wikipedia.de, karriere.de,


>>>> zurück zu MBA Teil 1
