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Alumniorganisationen

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Der Abgang von einer deutschen Universität war in der Vergangenheit denkbar unspektakulär. Keine Feier, keine warmen Wünsche für die Zukunft - man zog sein Zeugnis aus dem Briefkasten, exmatrikulierte sich und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Nun ist das Ende der Studienzeit der Beginn einer langjährigen Beziehung. So das Ideal, das hinter einem Alumni-Netzwerk steht. Die Kontaktpflege zu anderen Ehemaligen ist überaus viel versprechend.Alumni-Netzwerke haben ihren Ursprung an US-amerikanischen Hochschulen. Dort wird die Zugehörigkeit zu einer Hochschule mit soviel Stolz betrachtet, dass jedes andere Mitglied der "Alumni Association" als potenzieller Freund eingestuft wird. Die Identifikation mit der Hochschule überdauert die Studienzeit um Jahrzehnte.So weit ist es in Deutschland noch nicht, aber auch hier versuchen die Hochschulen die Studenten immer mehr an sich zu binden. Studiengebühren sind eingeführt, Hochschulen müssen Marketing machen, um im Wettbewerb um die besten Studenten mitzuhalten, die Alumni-Kultur wächst. Unter dem Dachverband Alumni-clubs.net engagieren sich derzeit ca. 500 Alumni-Organisationen, Absolventen-Netzwerke und internationale Alumni-Organisationen, die sich alle der Kontaktpflege unter den Ehemaligen verschrieben haben. Obwohl Alumni-Netzwerke ursprünglich an Hochschulen vorkommen, sind mittlerweile auch viele Unternehmen weltweit dazu übergegangen, ebenfalls Alumni-Netzwerke zu unterhalten.

Nutzen

Viele staatliche Hochschulen haben Alumni als wichtigen strategischen Pfeiler erkannt. Den Studenten soll sie bessere berufliche Kontakte verschaffen — und den Universitäten mehr Geld. Die Rechnung scheint aufzugehen. Immer wieder kämen von den Alumni mal kleine, mal große Summen und ältere Menschen wollten der Universität nach ihrem Tod etwas vererben. Bei jeder Hochschule kann man bequem online per Kreditkarte spenden. Damit sich die Absolventen in Deutschland positiv an ihre Uni erinnern und später vielleicht auch einmal etwas zurückgeben, bieten die hiesigen Alumni-Netzwerke ihnen heute schon viel Service. Eine Homepage, mit deren Hilfe die Ehemaligen miteinander Kontakt aufnehmen können, jährliche Alumni-Treffen, eine lebenslange Weiterleitungs-E-Mail-Adresse, die Zusendung der Uni-Zeitschrift und der monatliche Newsletter gehören zum Standard.

Auch ermäßigten Eintritt ins Fitnessstudio oder zum Yoga, verbilligte Handytarife oder ein kostenloses Abo eines Wirtschaftsmagazins gibt es, doch Alumni-Netzwerke sind in erster Linie beruflich ausgerichtet. Die Absolventen können etwa ihre Bewerbungsmappen überprüfen lassen, ihren Lebenslauf im Karriereportal hinterlegen und dort selbst nach Praktikanten, Werkstudenten und Mitarbeitern für das eigene Unternehmen suchen. Auch die Studenten und Absolventen schließen sich den Netzwerken zunächst nicht aus purem Idealismus an. Sie verbinden damit die Hoffnung auf eine Hilfestellung beim beruflichen Ein- und Aufstieg.

Eine Liste von deutschen Ehemaligen-Netzwerken finden Sie unter  www.alumni-clubs.net

oder unter www.alumni-at-school.org.