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Mikropolitik

Im Allgemeinen bezeichnet man mit Mikropolitik das Arsenal an persönlichen Strategien, Taktiken und Techniken und alltäglichen "kleinen" Machtmethoden, mit denen innerhalb von Unternehmen bzw. Organisationen Macht aufgebaut und eingesetzt wird. Mitarbeiter verfolgen im Sinne eines Machtkampfes Eigeninteressen und Ziele jenseits der Organisationsziele und beeinflussen dabei die sozialen Strukturen und menschlichen Verhältnisse. Mikropolitische Prozesse werden sonders begünstigt, wenn eine kontrollierende Instanz fehlt oder die Ziele des Unternehmens nicht klar genug definiert sind.

Ziele, Methoden der Mikropolitik

Die größten Interessen und Zielsetzungen von Mikropolitikern sind der hierarchischer Aufstieg, eine bessere Bezahlung, die Sicherung von Ressourcen, Erweiterung des eigenen Einflussbereiches sowie Kontrollvermeidung. Die mikropolitische Vorgehensweisen, die am häufigsten angewendet werden, um diese Ziele zu erreichen sind das Einschalten von Vorgesetzten die ihren Einfluss und ihre Beziehungen geltend machen können, die Verbreitung von Gerüchten, die Informationskontrolle, die Selbstdarstellung etc.

Tricksen, täuschen, bluffen Beziehungen pflegen, Druck ausüben, sich anbiedern: In der heutigen Zeit der Globalisierung und der immer stärker werdenden Konkurrenz sind steigend mikropolitische Aktivitäten in Unternehmen zu erkennen. Konkurrenzverhalten zwischen den Kollegen, distanzierte Haltungen und Mobbing werden immer größeren zu einem großen Problem. Jeder Mitarbeiter, der sich in irgendeiner Form bedroht fühlt, versucht seine Position im Unternehmen  auch mit unsanften Mitteln zu stärken oder stabilisieren und zu stärken. Die Ausweitung von mikropolitischen Verhaltensweisen von Mitarbeitern in einem Unternehmen kann Arbeitsabläufe behindern und langfristig für Arbeitszufriedenheit sorgen. Die Behinderung des korrekten Informationsflusses kann Arbeitsprozesse eindeutig gefährden.

Die Folgen können Fehlentscheidungen und Verunsicherung anderer Mitarbeiter sein, deren Arbeitsqualität und Zufriedenheit somit geringer wird. Um dies zu verhindern bzw. vorzubeugen muss ein Unternehmen klare verbindliche Kommunikationswege und Transparenz schaffen. Entscheidungswege, Kompetenzregelungen oder Beförderungsregelungen müssen für alle Mitarbeiter nachvollziehbar sein und als fair empfunden werden.

Effekte der Mikropolitik

Mikropolitische Handlungen können auch positiv sein, z.B. wenn dadurch in einem Unternehmen festgefahrene Strukturen aufgebrochen, dynamisiert und flexibilisiert werden können sowie Kreativität und Spielraum für Innovation geschaffen werden kann . Doch generell hat Mikropolitik einen schlechten Ruf. Oft gilt sie als Ausdruck egoistischer Einzel- bzw. Sonderinteressen, welche die Effizienz und Effektivität eines Unternehmens stark beeinträchtigen. Das Spiel um Macht und Karriere lässt sich nicht verhindern, denn Mikropolitik ist heute sehr bedeutungsvoll geworden. Nur der Mitarbeiter, der dies erkennt und mitspielt kann den Schaden begrenzen.

Um Vertrauen, Verlässlichkeit, offener Kooperation und Fairness als Wertmaßstäben eines Unternehmens nachhaltige Chancen zu geben, müssen die negativen Auswirkungen der Mikropolitik eingegrenzt  werden, ohne die obengenanten positiven Effekte zu ersticken. In eine Organisation eingebunden zu sein ist immer eine Gratwanderung zwischen persönlichen Ziele und Unternehmensziele. Eine regelmäßige Aussprache, Verhandlung und Konsensbildung zwischen den Mitgliedern des Unternehmens  ist sehr wichtig, um diesen Grat erst einmal zu definieren und gegebenenfalls zu revidieren.

Unternehmen stehen vor dem Problem, wie sie positiv die individuellen Ziele, Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter mit deren Fähigkeiten verknüpfen. Denn auch eine solche Verknüpfung ist für den langfristigen Erfolg und die Sicherung der Funktionsfähigkeit eines Unternehmens verantwortlich. Eine erfolgreiche Kooperation der Mitarbeiter eines Unternehmens wird durch Konflikte, die auf das Erreichen unterschiedlicher individueller Ziele und Interessen basieren, hingehalten oder gar ganz verhindert. Aus diesem Gründen ist es wichtig, vorhandenes Konfliktpotential bzw. die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter  zu kanalisieren und eventuell zu steuern.

 

Quelle: kissel-consulting.de, wikipedia.de, unternehmenswerkstatt-bb.de, openpr.de