Kritik
Ein solch radikaler Einschnitt in bestehende Strukturen und die damit verbunden Umwälzungen rufen natürlich eine Vielzahl von Kritikern auf den Plan. Die Kritik fängt an bei der jeweiligen Umsetzung der einzelnen Länder. Schlecht vorbereitet und überstürzt eingeführt hat diese Neuordnung zu vielen Turbulenzen geführt, wobei die Idee doch eine positive war.Leidtragende sind nun die Eltern und die Schüler.
In Bayern berichten Eltern- und Lehrerverbände von völlig überforderten Kindern, die keine Zeit mehr für Sport oder Spiel hätten. Bei einer Umfrage der Landes-Eltern-Vereinigung an 114 Gymnasien gaben 75 Prozent der Eltern an, das Lernpensum ihrer Kinder belaste den Familienalltag immens. In Hamburg ergab eine Stichprobe an zwei Gymnasien, dass 40 Prozent der Siebt- und Achtklässler unter Stresssymptomen wie Bauchschmerzen, Ess- oder Schlafstörungen litten. Und im Saarland, das zu den ersten westdeutschen G-8-Ländern gehörte, schlagen jetzt die Kinderärzte Alarm wegen einer immens gestiegenen Arbeitsbelastung der Schüler.
Trotz des Wegfalls eines Unterrichtsjahres werden zumeist weiterhin alle Inhalte der bisher 13 Schuljahre vermittelt. Dies bedeutet, dass der Stundenplan ausgeweitet wird und Schüler bis zu 50 Wochenstunden in der Schule verbringen müssen. 260 Wochenstunden müssen im Lehrplan fachgebunden ausgewiesen werden. Bei acht Jahrgangsstufen bedeutet das, dass die Schüler mindestens 33 Stunden pro Woche Unterricht haben. Kritisiert wird vor allem die Umsetzung, so nannte Gitta Franke-Zöllmer vom Verband Bildung und Erziehung Niedersachsen die Reform „undurchdacht und konzeptionslos“, „Wir müssen die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Erwägung ziehen.
“ Eine Streichung von Unterrichtsfächern würde vor allem zu Ungunsten der musischen Fächer und Religion ausfallen. Eine Ausdehnung des Unterrichts auf den Samstag, wie von der Hamburger Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig vorgeschlagen, wird ebenfalls kontrovers diskutiert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnet den Samstagsunterricht als „familienfeindlichen Unsinn“. Kritik äußert sich auch, dass es im Vergleich zu anderen europäischen Staaten weniger Ganztagsschulen mit Mensaversorgung und Förderangeboten gäbe. In einer ersten Reaktion haben sich die Kultusminister der Länder (Kultusministerkonferenz) auf „mehr Zeit für individuelles Üben“ verständigt. Kritisiert wird dagegen, dass durch die Straffung der Lehrpläne wichtige Inhalte ausdünnt und gestrafft werden, so sollen nach einem Entwurf des Kultusministerium Bayerns die Thematik des Nationalsozialismus in der Oberstufe nur noch in sieben Wochenstunden abgehandelt werden.
Quelle: Wikipedia, g8-in-bayern.de


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