Hausaufgaben
Wer macht schon gerne Hausaufgaben? So unbeliebt sie auch sind, so wichtig sind sie für die effektive Entwicklung und Aufnahme von Schulstoff.
So sieht es das Kultusmininsterium
Einige Zitate aus dem gültigen Erlass des Kultusministeriums zum Thema Hausaufgaben:
1. Hausaufgaben ergänzen die schulische Arbeit, deren wesentlicher Teil im Unterricht geleistet wird. Hausaufgaben können
1.1 dazu dienen, das im Unterricht Erarbeitete einzuprägen, einzuüben und anzuwenden...
1.3 ... sie tragen ... dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler fähig werden, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen.
1.4 Hausaufgaben, die als Ersatz für fehlenden oder ausfallenden Unterricht verwandt werden sollen oder der Disziplinierung dienen, sind nicht zulässig.
2. Hausaufgaben werden nach folgenden Grundsätzen erteilt:
2.2.1 Hausaufgaben müssen ... von diesen (Schülerinnen und Schüler) selbständig, d.h. ohne fremde Hilfe, in angemessener Zeit gelöst werden können.
2.2.2 ... müssen eindeutig und klar, ggf. schriftlich formuliert werden;
2.3 Es empfiehlt sich, die gestellten Aufgaben nach der Leistungsfähigkeit, der Belastbarkeit und den Neigungen der Schülerinnen und Schüler zu differenzieren.
3. Umfang:
3.3 Hausaufgaben sollen so bemessen sein, dass sie, bezogen auf den einzelnen Tag, in folgenden
Arbeitszeiten erledigt werden können:
— für die Klassen 1 und 2 in 30 Minuten
— für die Klassen 3 und 4 in 60 Minuten
— für die Klassen 5 und 6 in 90 Minuten
— für die Klassen 7 bis 10 in 120 Minuten
Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer hat in Zusammenarbeit mit den in der Klasse
unterrichtenden Fachlehrkräften das Ausmaß der Hausaufgaben zu beobachten und ggf. für einen Ausgleich zu sorgen.
4. ... sollten ... unter pädagogischen Aspekten Anerkennung finden.
Das sind nur Ausschnitte aus dem Erlass, geregelt ist darin noch mehr. Wichtig ist die Festlegung der Zeitgrenzen für die Aufgaben und der Hinweis darauf, dass die Hausaufgaben individuell auf das Können der Kinder angepasst werden sollen.
Tips zum Thema Hausaufgaben
Das Lernen lernen
Üben Sie mit dem Kind Lernstrategien ein wie:
- Was genau muß ich tun?
- Womit will ich anfangen?
- Was brauche ich dafür?
- Was tue ich, wenn ich nicht weiter weiß?
Das Kind sollte lernen, sich diese Fragen zu Beginn der Hausaufgaben zu stellen und wenn es schwierig wird.
Weitere Hilfen
- Ermutigen Sie zu kleinen, selbständigen Schritten. z.B. Fang' schon mal mit dem Rechnen an, das kannst du ja. Danach rufst du mich.
- Erkennen Sie Teilerfolge an. z. B. Diese Sätze hast du schon gut geschrieben.
- Planen Sie kurze Pausen ein. z.B. für ein Glas Mineralwasser, aber nicht zum Spielen.
- Seien Sie etwas nachsichtiger, wenn Ihr Kind mal einen schlechten Tag hat.
- Akzeptieren Sie, daß Ihr Kind Stärken und Schwächen hat.
Erleichtern Sie Ihrem Kind den Einstieg.
- Das Kind braucht die Aussicht auf Erfolg. Helfen Sie ihm zu erkennen: Die Hausaufgaben sind kein Riesenberg, sondern kleine Hügel, die es bewältigen kann.
- Das Ende muß absehbar sein.
- Das Kind muß sicher sein: Es bleibt viel Zeit für das, was es gerne tut.
Wichtige Rahmenbedingungen sind:
- eine entspannte Atmosphäre, Kind und Erwachsener sollten sich in dieser Situation wohlfühlen.
- eine feste Anfangszeit,
- Ordnung am Arbeitsplatz.
Es gilt, gute Gewohnheiten einzuüben, statt immer wieder von Neuem darüber zu debattieren.
Richtig gewichten
Hausaufgaben sollen sein, aber Dauerstress und ständige Konflikte in der Familie sind sie nicht wert! Mancher Fehler relativiert sich, wenn Sie sich folgende Fragen stellen:
- Was ist wirklich wichtig? Bevorzugen Sie z.B. einen Aufsatz, der lebendig aber nicht fehlerfrei geschrieben ist, oder einen aus drei dürftigen, dafür aber sehr sauber und richtig geschriebenen Sätzen? Die unter sehr großer Mühe und nur mit Hilfe des Erwachsenen entstandene, perfekte Hausaufgabe oder die selbständig bewältigte Arbeit mit leichten Fehlern?
- Was kann ich von meinem Kind erwarten? z.B.: Wie lange kann es sich konzentrieren? Kann es schon fehlerfrei abschreiben?
- Ist mein Kind überfordert? z.B.: Braucht es zuviel Zeit? Sind die Aufgaben zu schwierig?
Im Mittelpunkt sollten die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit des Kindes stehen. Für ein stabiles Selbstwertgefühl ist u.a. die richtige Balance zwischen Arbeit und Anstrengung einerseits, Bewegung und Spiel andererseits wichtig. Gerade bei jüngeren Kindern soll das Pendel zugunsten der Freizeit ausschlagen.
Gemeinsame Lösungssuche
Schwierigkeiten können hartnäckig sein. Wenn Sie die Geduld verlieren, weil das Kind mal wieder nicht anfangen will; es wieder nicht weiß, was es "auf" hat; es stundenlang herumtrödelt; es alles nur schnell hingeschmiert hat; es nichts mehr versteht und blockiert und wenn Sie sich Sorgen machen, daß Ihr Kind nicht mitkommt, dann versuchen Sie erst einmal, sich zu beruhigen und Abstand zu gewinnen. Danach fällt es wahrscheinlich schon viel leichter, nicht mit dem Kind zu schimpfen, sondern zu überlegen, wie es besser weitergehen kann.
Quelle: Schulpsychologischer Dienst Stadt Gütersloh



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