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Schulpsychologische Beratung

Die derzeitigen Bedingungen unserer Gesellschaft prägen die Lebenssituation und das Schulleben von Kindern und Jugendlichen und somit die Tätigkeitsbereich der Schulpsychologie. Im Jahr 2007 leben in Deutschland rund 14 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, davon ca.  9,6 Millionen sind in der Schule. Über zwei Millionen Kinder und Jugendliche leben in Armut, werden aber täglich mit Reichtum und Überfluss überflutet und konfrontiert. In den deutschen Schulen gibt es 668.000 Lehrkräfte, 26% aller Lehrenden werden vor der Altersgrenze pensioniert, die Hälfte davon auf Grund psychischer Probleme.

Bis zu 5% (480.000) der Schülerinnen und Schüler wiederholen jedes Jahr das Schuljahr, rund 8% (770.000) erreichen keinen Schulabschluss; Motivationsverlust und mangelndes Vertrauen in eine berufliche Zukunft sind vorprogrammiert und machen sich oft in der Schule Luft. Die Zahl der Schul-Distanzierten, die länger als 40 Tage pro Jahr fehlen, liegt bei 2% (das sind bundesweit jährlich 192.000 Schülerinnen und Schüler). Das deutsche Schulsystem produziert so eine große Gruppe von Verlierern in der Gesellschaft. Zu vielen Kindern und Jugendlichen fehlen Zukunftsperspektiven und damit die Motivation für schulische Leistungen und lernorientiertes Verhalten.

Seit bereits ca. 50 Jahren bietet die Schulpsychologie systematische Unterstützung im Bereich Schule. Die Schulpsychologie nutzt die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Psychologie, um die Schule in ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag und Schülerinnen und Schüler in ihrer Lernentwicklungen sowie der Schullaufbahn und dem Erreichen adäquater Schulabschlüsse zu unterstützen. Schulpsychologie ist Teil des öffentlich verantworteten Bildungswesens gemäß dem Grundgesetz. Schulpsychologische Tätigkeiten haben die Stärkung und Weiterentwicklung der Gesundheit und Persönlichkeit der beteiligten Personen mit Methoden der Psychologie zum Ziel.

Im Mittelpunkt steht somit die Feststellung und Förderung gesundheits- und entwicklungsfördernder Aspekte sowie die Lösung sozialer Konflikte bei den am Schulleben beteiligten Personen und der Institution Schule. Schulpsychologische Beratung kann auch die Früherkennung von Fehlentwicklungen und Störungen sowie die Vermittlung in entsprechende Behandlungen beinhalten, hat dies aber grundsätzlich nicht zum Ziel. Insbesondere ist es auch nicht das Ziel schulpsychologischer Beratung, psychische Erkrankungen zu behandeln und somit heilkundlich tätig zu sein.