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ADS - Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

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Zur Zeit geht man von einer neurochemischen Problematik aus, die grob gesagt dazu führt, dass das Gehirn nicht ausreichend in der Lage ist, auf einströmende Impulse (Wahrnehmungen, Stimmungen) steuernd einzuwirken. Das heißt, im Gehirn ist eigentlich „zuviel los“. Die Informationsverarbeitung ist gestört. Es ist für die Kinder schwierig herauszufinden, welcher Reiz wann wichtig ist. Der Lehrer ist genauso wichtig wie die Fliege an der Wand. Die Kinder wissen meist sehr wohl, wie sie handeln sollen - nur eben nicht wann. Kennzeichen der Unaufmerksamkeit sind dann z.B. Schusseligkeitsfehler bei den HAG, eine verminderte Aufmerksamkeitsspanne.
Die Kinder erleben natürlich ihre Misserfolge. Sie können wütend werden oder machen
beleidigt dicht, ihre Motivation nimmt ab, sie vermeiden bestimmte Situationen (kaspern, spielen den Clown, lügen oder entziehen sich anderweitig) - weitere Misserfolge treten ein. Das heißt, die ursächlich neurobiologische Störung erfährt in der Lerngeschichte eine psychogene Verschärfung.

Ursachen

Nach dem heutigen Forschungsstand kann man davon ausgehen, dass hyperkinetische
Störungen neurobiologisch bedingt sind. Erkenntnisse aus der Zwillingsforschung
sprechen zusätzlich auch noch für einen genetischen Hintergrund. Das heißt aber auch,
dass eine primäre erzieherische Verursachung dieser Störung nicht angenommen
werden kann. Gleichwohl verstärken ungünstige Erziehungsverhaltensweisen (oft durch
Überforderung der Erziehenden entstanden) die Symptomatik. D.h., dass letztlich zu
beobachtende Problemverhalten hat auch Lernanteile, die wieder abbaubar sind. Aber auch dieser Kenntnisstand ist, wie schon erwähnt, eine modellhafte Annahme und keine letztliche Wahrheit. Die Grenzen von Hyperaktivität einerseits und Verhaltensauffälligkeit oder Erziehungsschwierigkeit andererseits sind fließend. Sie werden auch von der Frustrationstoleranz des Erziehenden mitbestimmt.

Was ist zu tun?

Grundsätzlich ist für das Alltagsleben wie für die Betreuung eines ADS-Kindes Folgendes hilfreich: Bei allen Anforderungen an das Kind sollte eine ruhige Atmosphäre geschaffen werden und die Erwachsenen sollten ihre Aufforderungen und Hinweise ruhig, eindeutig und ohne zu viele Worte geben. Wichtig ist ein klares Regelwerk zu Hause und in der Schule: Regeln sollten positiv formuliert werden und zwar in einer Form, die dem Kind sagt, was es tun soll. Loben Sie Ihr Kind und belohnen Sie es für sein gutes Verhalten. Für ein ADS-Kind ist Konsequenz in der Erziehung von besonderer Wichtigkeit. Täglich Wiederkehrendes (z.B. Essenszeiten, Hausaufgaben, Zubettgehen) sollten immer wieder zu denselben Tageszeiten erfolgen. Alle Spiel- und/oder Arbeitsaufgaben sollten in relativ kurzer Zeit zu einem Abschluss zu bringen sein. Ordnung beim Spielen und Lernen ist sehr wichtig.

Es sollten möglichst wenig Störreize auftauchen (z.B. Geräusche, unruhiges Licht, wirre Muster in der Spielunterlage). Führen Sie eine bestimmte Zeit ein, in der das Kind seine  Hausaufgaben macht. Bei allen Tätigkeiten sollten Erfolge sofort für das Kind erlebbar sein. Z.B. sollten die Erwachsenen das jeweils gut Gelungene eindeutig - nicht beschönigend - loben. Generell brauchen ADS-Kinder viel Außensteuerung, da Ihnen die Selbststeuerung so schwer fällt. Die stetige Fremdkontrolle empfinden sie zumeist nicht als Bevormundung, sondern als Hilfe. Es macht sie sicherer.