Hochbegabung
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„Begabung ist die angeborene Disposition zu objektiv wertvollen Leistungen." (William Stern, 1916). Mit Hochbegabung im Allgemeinen bezeichnet man eine umfassende, weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Begabung eines Menschen. Sie wird durch verschiedene Modelle unterschiedlich definiert. Die Ansätze reichen von sehr engen Fassungen, die Hochbegabung ausschließlich durch hohe Intelligenz definieren, zu weiter gefassten Definitionen, die zum Beispiel emotionale, künstlerische und sprachliche Anteile mit einbeziehen. Als „hochbegabt“ bezeichnet man Menschen, deren Intelligenzquotient über 130 liegt. Das sind etwa 2,2 % der Bevölkerung. Hochbegabung ist ein Gebilde aus hervorragender Aufgabenmotivation, brillierenden Kreativität und aus überdurchschnittlichen Fähigkeiten und Begabungen. Die Fähigkeit von Hochbegabten hervorragenden Leistungen zu erbringen, kann sich auf ein begrenztes Gebiet begrenzen oder mehrere Leistungsgebiete gleichzeitig umfassen.
Hochbegabung ist eine Disposition bzw. Veranlagung für überragende Leistungen, führt aber nicht automatisch zu Hochleistung. Denn Hochbegabung kann nur dann zu außerordentlichen Höchstleistungen führen, wenn auch bestimmte Umstände gegeben sind. Hochbegabung braucht Unterstützung um sich zu entfalten. Ob es zu Höchstleistungen kommt, ist von Persönlichkeits- und Umweltmerkmalen abhängig, die als Moderatoren bestimmend sind: Anregungsgehalt der häuslichen Umwelt, Bildungsniveau der Eltern, Geschwisterzahl und -position, Stadt-Land-Herkunft, Unterrichtsklima, Kritische Lebensereignisse, Rollenerwartungen bzgl. Hochbegabung, häusliche Leistungsforderungen, Erfolgs-/Misserfolgserlebnisse. Es ist Aufgabe der Umwelt, d.h. der Familie, des Kindergarten, der Schule etc., die Konditionen und Voraussetzungen zu schaffen, in denen hochbegabte Kinder und Jugendliche sich ihrer Begabung entsprechend entfalten können. Hochbegabung betrifft nicht nur die Intelligenzsphäre sondern auch Bereichen wie sozial-emotionale, musisch-künstlerische, musikalische und psychomotorische Begabungen wie auch Kreativität und Praktische Intelligenz.
Messung von Hochbegabung
Laut eines verbreiteten Ansatzes in der Hochbegabungsdiagnostik von Sternberg sind fünf Kriterien notwendig, die gleichzeitig vorhanden sein müssen, um ein Kind oder Jugendlichen als hochbegabt zu bezeichnen. „Hochbegabte müssen Gleichaltrigen auf einer oder mehreren Dimensionen deutlich überlegen sein (Exzellenz), ein hohes Niveau auf einer bei Gleichaltrigen seltenen Eigenschaft erreichen (Seltenheit) und auf den Dimensionen, auf denen sie gegenüber Gleichaltrigen als überlegen eingestuft werden, produktiv sein oder sein können (Produktivität). Die Überlegenheit muss durch ein valides Messverfahren nachgewiesen werden (Beweisbarkeit), und die überlegene Leistung muss auf einer Dimension gezeigt werden, die von der Gesellschaft als wertvoll angesehen wird (Wertschätzung)“.
Die Eigenschaften, die hochbegabte Kinder charakterisieren sind Hohe Denkleistung, hervorragende Analysefähigkeit, Schnelles Schlussfolgern, hochgradige Problemsicht, Hohes Abstraktionsfähigkeit, Komplexe sprachliche Befähigungen, außerordentliche Fantasie und Kreativität sowie besonderes Einfühlungsvermögen im sozialen und emotionalen Bereich. Diese Fähigkeiten sind in hochbegabten Personen bereits im Kindesalter mit entsprechenden Unterschieden je nach Alter von Persönlichkeit zu Persönlichkeit unterschiedlich ausgeprägt zu finden. Der Umgang mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen stellt hohe Forderungen in pädagogischer, psychologischer und sozialkompetender Hinsicht an aller Bildungs- und Erziehungsträger.
Das Umfeld der hochbegabten Kinder und Jugendlichen sollte deren existierende Veranlagung erkennen und sie fördern. Insbesondere Eltern bzw. Erziehungsbeauftragte haben die Möglichkeit, bestimmte Signale, die auf Hochbegabung hindeuten, wahrzunehmen, bereits wenn das eigene Kind um die zwei Jahre alt ist. Dann wenn z.B. das Kind mit anderthalb bis zwei Jahren kurze Sätze sprechen kann, vor dem zweiten Geburtstag durch auffällige Merkfähigkeit auffällt und Musikmelodien eindeutig wiedergibt, sowie wenn das Kind Interesse an Buchstaben und Zahlen zeigt und diese bereits vor dem dritten Geburtstag wieder erkennt und vor dem vierten Geburtstag lesen und einfache Rechnungen durchführen kann. Doch Hochbegabung kann auch Nachteile haben: Hochbegabte Kinder, die nicht gefördert werden, neigen nämlich dazu, sich ganz zu verschließen. Dies kann verheerende Folgen haben: Unter Umständen kann z.B. aus einem hervorragenden Schüler ein Taugenichts werden und eine Begabung zu einer Behinderung werden.
Eltern können dies verhindern, indem sie ihr Kind mit nicht nur mit schulrelevant Dingen fördern. Es gibt mehrer Sachen, welche die Phantasie und die Kreativität von hochbegabten Kindern, ansprechen kann, z.B. das Erlernen einer Fremdsprache, naturwissenschaftliche Kurse, Museumsbesuche etc.. Eltern sollten immer ihr Kind unterstützen, auch wenn Erzieher im Kindergarten bzw. Lehrer in der Schule das dies als übertrieben ehrgeizig betrachten. Denn ein Kind, das ständig hinter seinen Möglichkeiten bleibt, kann schnell traurig werden. Wenn sich Erzieher und Lehrer weigern, zum Förderungsprozess des Kindes beizutragen, sollten sich Eltern ernsthafte Gedanken über einen Schul- bzw. Kindergartenwechsel machen.
Weiter Informationen auch unter www.mensa.de
Quelle: familienhandbuch.de, genius-hochbegabung.de, bildung-und-begabung.de, logios.de, de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung




