Schulweg
Nachdem die Kleinen nun einige Jahre wohlbehütet durch die Mütter oder Väter in den Kindergarten geleitet wurden, beginnt nun eine ganz neue Zeit. Die Distanz zur Schule ist meistens größer, die Umgebung nicht mehr so vertraut und da lauern auch ganz neue Herausforderungen für die Schulkinder. Der Kindergarten war geprägt von spielerischem Umgang und es war keine Konzentration auf Umweltgefahren nötig. Heute beginnt der Ernst des Lebens schon vor der Haustür. Die Kleinen haben einen schweren
Schulranzen zu tragen und müssen auf den Verkehr und alle anderen Umwelteinflüsse achten. Hier ist es an den Eltern ihren Kindern die nötige Sensibilität für mögliche Gefahrensituationen mit auf den Weg zu geben.
Ein ganz besonders großer Risikofaktor ist sicher der Strassenwesen auf dem Schulweg, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der jährlich erscheinende und vom Bundesamt für Strassenverkehr herausgegebene Kinderunfallatlas erlaubt eine Übersicht über die Stadt bzw. den Kreis und die dort vorliegende Unfallhäufigkeit von Kleinkindern im Strassenverkehr. Dieser Atlas kann ein Anhaltspunkt für Eltern sein, wo Sie Ihren Kindern besondere Hinweise geben müssen, bzw. wo es Anhaltspunkte gibt vielleicht mit der Schulleitung zusammen Projekte zur Verbesserung der Verkehrssituation anzustoßen und damit das Unfallriskio für Kinder zu minimieren.
Zu beziehen ist der Kinderunfallatlas über die Homepage des Bundesamt für Strassenwesen www.bast.de.
Ergebnisse der Studie
In dem von der Bundesanstalt für Straßenwesen erarbeiteten Kinderunfallatlas wurden die Unfalldaten der zwischen 2001 bis 2005 im Straßenverkehr verunglückten Kinder je 1.000 der Altersgruppe für alle 439 Landkreise und kreisfreien Städte berechnet. Die Auswertung dieser Daten zeigt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Kinder verunglücken dieser Analyse zufolge im Norden und im Osten der Bundesrepublik häufiger als im Süden. Dennoch trifft diese Aussage nicht für alle Arten der Verkehrsteilnahme zu. Während Kinder als Fußgänger häufig in Nordrhein-Westfalen und großen Städten der Bundesrepublik verunglücken ist die Unfallbelastung für Rad fahrende Kinder in den Regionen in Schleswig-Holstein, Niedersachen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg besonders hoch. Als Mitfahrer in Pkw verunglücken Kinder besonders häufig in den ländlichen Gebieten Bayerns und den östlichen Regionen der Bundesrepublik.
Neben der Berechnung der Unfalldaten in den Kreisen erfolgte eine Analyse der Unfalldaten auf Gemeinde- ebene. Bei dieser Analyse wurden Gemeinden gleicher Größe in Beziehung gesetzt, so dass es erstmals möglich ist, die Unfallbelastung in Gemeinden mit ähnlicher Einwohnerzahl zu vergleichen. Insgesamt 3.236 Gemeinden Deutschlands wurden einbezogen. Basierend auf der Einwohnerzahl der Gemeinden in Bezug auf die Anzahl der verunglückten Kinder/ 1.000 der Altersgruppe zwischen 2003 und 2005 wurden 6 Gruppen von Gemeinden gebildet. Die erste Gruppe setzt sich aus den 15 Großstädten der Bundesrepublik zusammen. Die letzte Gruppe umfasst 1.705 Orte unter 10.000 Einwohner. Für die Gruppe der deutschen Großstädte zeigt sich beispielsweise, dass die Unfallbelastung in Leipzig, München oder Nürnberg erheblich geringer ist, als in Düsseldorf, Bremen oder Hannover.
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