UNICEF-Studie 2008
Wie sorgt Deutschland für seine Kinder — internationaler Vergleich
Ein umfassender UNICEF-Bericht zum Wohlergehen der Kinder in Industrieländern zeichnet
ein ernüchterndes Bild der Situation in Deutschland. Deutschland ist nur Mittelmaß, wenn es darum geht, verlässliche Lebensumwelten für die junge Generation zu schaffen. UNICEF hat erstmals die zentralen Aspekte der kindlichen Entwicklung in 21 Industrieländern in sechs Dimensionen zusammenhängend untersucht: materielle Situation, Gesundheit, Bildung, Beziehungen zu Eltern und Gleichaltrigen, Lebensweise und Risiken sowie eigene Einschätzung der Kinder und Jugendlichen. Deutschland liegt dabei nur auf Rang 11. Die Niederlande führen die UNICEF-Tabelle als kinderfreundlichstes Land an, gefolgt von Schweden, Dänemark und Finnland. Besonders schlecht schneiden Großbritannien
und die USA ab.
Die Wirtschaftsleistung allein entscheidet nicht über die Situation der Kinder: So steht Tschechien hinsichtlich der materiellen Situation von Kindern besser da als Deutschland, Italien oder Japan. Armut und eine schlechte Lebenssituation sind dabei nicht nur am geringen Einkommen der Eltern fest zu machen. So rechnen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien mehr als 30 Prozent der Jugendlichen damit, keine anspruchsvolle Arbeitsstelle zu finden. Mehr als die Hälfte der 15-jährigen Deutschen sagen, dass ihre Eltern kaum Zeit haben, sich mit ihnen zu unterhalten. In Ungarn und Italien machen nur etwa ein Viertel der Jugendlichen diese Erfahrung. Eine vertiefende Studie für Deutschland zeigt, dass die Situation der Kinder in den einzelnen Bundesländern stark voneinander abweicht. Insbesondere in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg sind Kinder in hohem Maße armutsgefährdet.
- Den geringsten Anteil in relativer Armut aufwachsender Kinder haben die vier skandinavischen Länder. 9 Länder haben die Kinderarmut unter 10 Prozent gedrückt — Deutschland liegt mit 10,9 Prozent auf dem zehnten Rang.
- Wenn alle OECD-Länder die Zahl der tödlichen Verletzungen auf das Niveau von Schweden drücken würden, wären das jährlich 12.000 Todesfälle weniger.
- Besorgniserregend ist das Risikoverhalten deutscher Jugendlicher. Hier liegt Deutschland vor Großbritannien auf dem vorletzten Platz. Hauptgrund ist das Rauchen. Etwa jeder zehnte 15-Jährige in den Industrieländern raucht mindestens einmal pro Woche. In Deutschland sind es sogar mehr als 16 Prozent — trauriger Spitzenplatz, in keinem anderen Land rauchen so viele junge Menschen.
- Beim Alkoholkonsum geben in Großbritannien fast ein Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren an, zweimal oder öfter betrunken gewesen zu sein. In Deutschland sind es über 16 Prozent — in Frankreich und Italien unter 10 Prozent
Ausführliche Ergebnisse finden SIe auf den seiten der UNICEF
>>>> hier
Rangliste der Industrieländer


