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Agentur vs. Selbstorganisation

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Die Vermittler kümmern sich um die entsprechenden Visa, sie buchen euch einen Flug, bieten vor Ort eine Einführungsveranstaltung an und suchen für die ersten Tage des Auslandsaufenthaltes noch eine bezahlbare Unterkunft. Außerdem sind sie ständig mit einem Ansprechpartner vor Ort, den man bei Fragen und Problemen kontaktieren kann.
Prinzipiell klingt das nicht schlecht, aber natürlich wollen die Agenturen auch Geld verdienen. Und die Gebühren, die in einigen Fällen für die Vermittlung eines solchen Work and Travel-Aufenthalts verlangt werden, sind astronomisch. Mit einem Kostenaufwand von bis zu 4000 Euro sind viele junge Leute bereits zu Beginn überfordert. Dazu kommen dann noch die eigenen Lebenserhaltungskosten und Taschengeld. Man benötigt verschiedene Unterkünfte, möchte essen und trinken, REISEN und außerdem unterschiedliche Erfahrungen sammeln, die in den seltensten Fällen umsonst sind.
Da lohnt es sich schon die Work and Travel-Reise auf eigene Faust zu organisieren. D.h. man recherchiert schon von zu Hause aus, welche Route man durch das Land nehmen möchte, in welchen Bereichen sich am einfachsten Arbeit finden lässt und was die günstigsten Unterkunfts- und Transportmöglichkeiten sind. Natürlich erfordert dieses Vorgehen eine gewisse Portion an Eigeninitiative und Organisationstalent. Man muss wissen, wo man suchen soll. Aus diesem Grund ist die Selbstorganisation auch nicht für jede Person geeignet.

Vorteile der Agenturen

In den letzten Jahren hat sich das Work and Travel-Reisen unter den jungen Leuten immer stärker verbreitet. Viele kennen jemanden aus dem Bekanntenkreis, der so eine Reise schon erlebt hat und wurden dadurch inspiriert. Es gibt sehr viele Vermittlungsagenturen, die bei der Planung einer solchen Reise unter die Arme greifen. Gerade wenn man überhaupt nicht weiß, womit man beginnen und wo enden soll, ist die Hilfe einer solchen Agentur von Vorteil.

Verschiedene Leistungen der Agenturen:

  • Planung der gesamten Reiseroute inklusive aller Flüge und Unterkünfte
  • oder nur Buchung des Hin- und Rückflugs
  • Beantragung der nötigen Visa und sonstiger Pässe
  • Abschließen aller nötigen Versicherungen für das Ausland
  • Organisation eines Mitreisendentreffens im Heimatland, um erste Kontakte knüpfen zu können
  • Transfer vom Zielflughafen zum Büro der Agentur
  • Einführungsveranstaltung vor Ort für erste Eindrücke und Programmablauf
  • Bereitstellung eines Informationspakets mit wichtigen Adressen und Büchern zum Thema Work and Travel
  • Sightseeing-Tour durch die jeweilige Stadt
  • Angebot eines Sprachkurses vor Ort, um die Sprachkenntnisse aufzufrischen
  • Organisation einer bezahlbaren Unterkunft für die ersten Tage des Aufenthalts
  • Vermittlung von Jobangeboten
  • Bereitstellung eines Ansprechpartners, der euch bei Fragen und Problemen weiterhilft
  • Büro vor Ort, in dem ihr eure Suche nach geeigneten Jobs starten könnt
  • freier Internetzugang in den Büros für die Suche nach Jobs, Unterkünften und Reiserouten
  • Aufbewahrung des Gepäcks für einen längeren Zeitraum
  • Weiterleiten eurer Post in alle Landesteile
  • Angebot günstiger Safaris, Tauchgänge, Raftingtouren und sonstiger Freizeitaktivitäten
  • Organisation eines vor Ort funktionierenden Mobilfunktelefons
  • Beantragung einer Steuernummer
  • Eröffnung eines Kontos
  • Vermittlung der Mitgliedschaft in verschiedenen Vereinen (z.B. Jugendherbergen, Backpacker, WWOOF, etc.)

Achtung: Achtet darauf, was direkt im Angebotspreis enthalten ist und was ihr noch zusätzlich buchen und bezahlen müsst.

Nachteile der Agenturen

Zwar hört sich die Auflistung der Angebotspalette der Agenturen sehr vielversprechend an, doch natürlich entwickeln sich auch hier einige Nachteile.
Zunächst einmal schwanken die Preis-Leistungs-Verhältnisse der verschiedenen Agenturen doch erheblich, sodass man im Vorfeld genauestens recherchieren sollte, wer das beste Angebot bereit hält: Manche organisieren euch die gesamte Reiseroute, obwohl man das vielleicht lieber vor Ort spontan entscheiden möchte. Andere bieten einen Sprachkurs an, der im Preis inbegriffen ist, obwohl man die Sprache schon perfekt beherrscht.

Tipp: Internetseiten, die verschiedene Anbieter miteinander vergleichen, zeigen die günstigste aller zur Wahl stehenden Möglichkeiten. Die Eigenorganisation nimmt zwar etwas mehr Zeit in Anspruch, kostet dafür aber auch weniger.

Vorteile der Selbstorganisation

Zunächst einmal sollte man sich die Frgae stellen, warum man überhaupt eine Work and Travel-Reise macht. Egal in welches land man reist, wird man viele Lebenserfahrungen sammeln und selbstständiger werden. Dazu gehört auch, dass man die Planung allein auf die Beine stellt. Daran merkt man, ob man mit unerwarteten Situationen umgehenkann und was passiert, wenn man auf sich alleine gestellt ist. Lässt man sich den gesamten Aufenthalt von einer Agentur durchorganisieren, wird man nie rausfinden, ob man einer solchen Anforderung gewachsen ist. Aus diesem Grund bringt es auch für das spätere Leben einige Vorteile mit sich, wenn man die Planung einer Work and Travel-Reise in die eigene Hand nimmt.
Neben den Selbsterfahrungsaspekten gibt es natürlich noch den monetären Vorteil. Man spart viel Geld, wenn man sich genug Zeit nimmt um Flug, Unterkunft und Co selbst zu recherchieren. Auch ein passendes Visum zu beantragen ist keine große Sache. Die entsprechenden Informationen erhält man auf den Seiten der Botschaft des Landes. Auch eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen ist nicht schwierig. Die eigene Krankenkasse hilft einem da weiter oder kann wenn nötig an die zuständigen Stellen weiter verweisen.

Nachteile der Selbstorganisation

Selbstorganisation ist nicht jedermanns Sache. Es kann manche überfordern. Unsichere Personen, die schon am eigenen Wochenplan scheitern, sollten die Planung dann vielleicht doch lieber den Profis überlassen.
In fremden Gefilden und in einer komplett anderen Kultur klappt nicht immer alles auf Anhieb und man muss auch mal eine Niederlage, wenn es beispielsweise um einen Job geht, einstecken können. Auch sollte man die gewohnten Luxusansprüche zu Hausen lassen und dem schlichten Leben eine Chance geben können.
Die wichtigste Voraussetzung für die Selbstorganisation ist ein funktionierender Internetzugang. Die Recherche zu den benötigten Visa, Versicherungen und sonstigen Dokumenten kann schon einmal mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Außerdem muss ein Flug gebucht, eine erste Unterkunft gesucht sowie der Jobmarkt vor Ort gecheckt werden. Falls man sich eine solch umfangreiche Organisation nicht selbst zutraut und Angst hat, vor Ort ohne Hilfestellung mit wehenden Fahnen unterzugehen, sollte man das Geld vielleicht doch investieren und sich durch eine der Agenturen beraten und vermitteln lassen.