Umgang mit schlechten Noten
Häufen sich die schlechten Noten, muss darüber nachgedacht werden, woran das liegt. Einem Kind, das in jeder Arbeit eine Fünf oder Sechs bekommt, fällt es schwer, an sich selbst zu glauben. Es wird immer wieder aufs Neue frustriert. Die Erwartung des Misserfolgs führt dazu, dass es weniger gut denken kann. Damit sinkt die Leistungsfähigkeit. Durch ständige Misserfolge schwindet der Glaube an die eigenen Fähigkeiten. Darum ist es wichtig, das Kind immer wieder zu motivieren. Überlegen Sie gemeinsam mit dem Kind, wie die Lernsituation verbessert werden kann. Kann es ungestört lernen? Nimmt es sich genügend Zeit? Hat es ausreichend Unterstützung? Auch, wenn das Kind Hausaufgaben und Lernstoff allein meistern sollte: Hin und wieder benötigt es Hilfe zur Beantwortung von Fragen oder dem Abfragen von Vokabeln oder Lernstoff.
Fehlen Ihrem Kind grundlegende Kenntnisse in einem Fach, kann Nachhilfe ein Weg sein, Rückstände aufzuholen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Vertrauen in seine Fähigkeiten haben. Klassenarbeiten bedeuten Stress für die Kinder. Diesen Stress durch Schimpfen über schlechte Noten zu verstärken, führt nicht zum Erfolg. Sagen Sie Ihrem Kind, was Ihnen an ihm gut gefällt. Es gibt viele Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft oder Zuverlässigkeit, die nicht in der Schule benotet werden. Oder Sie geben Ihrem Kind im Fach „Selbstständigkeit“ eine Eins. Überlegen Sie, ob Sie nicht einen zu hohen Erwartungsdruck auf Ihr Kind ausüben. Wie waren eigentlich Ihre eigenen Noten in der Schule? Die Noten von anderen Mitschülern haben keine Bedeutung.
Ihr Kind ist durch die schlechten Noten sowieso schon frustriert. Mit der Frage nach den Noten der anderen kränken Sie es zusätzlich. Bleibt es bei den schlechten Noten, ist die Frage gerechtfertigt, ob das Kind auf die richtige Schule geht. Es ist Quälerei, das Kind mit Nachhilfe in zwei Fächern, Paukerei, Computerprogrammen und allem, was der Lernmarkt hergibt, durch eine höhere Schule zu ziehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und suchen zusammen eine Lösung. Vielleicht ist ein Schulwechsel eine gute Lösung? Beraten Sie sich vor einer derart weit reichenden Entscheidung mit den Lehrern oder Beratungslehrern der Schule.
Die Gefühle der Kinder und Jugendlichen bei der Zeugnisvergabe sind vielschichtig und hängen von der individuellen Situation und dem sozialen Umfeld ab. Verbunden mit der häufigen Frage, wie sie das Thema Noten bei den Eltern ansprechen können, schildern Schüler am Kinder- und Jugendtelefon der "Nummer gegen Kummer" Angst und Unsicherheit bis hin zu körperlichen Symptomen wie Übelkeit und Kopfschmerzen.
Eltern sollten sich das gesamte Jahr über für die schulische Situation ihrer Kinder interessieren. Geeignet, um weitere Informationen zu erhalten, sind auch die Elternsprechtage und persönliche Gespräche mit dem Klassenlehrer, wenn erste Anzeichen von Unsicherheit erkennbar sind. Eltern sollten versuchen, in den Gesprächen mit ihren Kindern angemessen, das heißt ruhig und lösungsorientiert, zu reagieren und Lösungswege aufzuzeigen. Sinnvoll kann es sauch sein eine neutrale Person, die dann eine vermittelnde Rolle beim Gespräch über Noten einnimmt mit einzubeziehen. Dafür hilfreich ist ein grundsätzlich offener Umgang mit dem Thema Noten. Das "Kinderbarometer", eine unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen entstandene Studie, gibt an, dass Versagen in der Schule die größte Angst der Kinder ist.
Das Ergebnis zeigt einerseits, dass Handlungsbedarf besteht. Auf der anderen Seite macht es jedoch auch deutlich, dass heutzutage zwar der Druck auf Kinder und Jugendliche größer ist als vor einigen Jahren, dieser aber auch eher wahrgenommen wird. Eltern waren früher vom Zeugnis häufig überrascht. Heute haben sie mehr Möglichkeiten, von den Lehrkräften regelmäßig und ausführlich über die Lernentwicklung ihrer Kinder informiert zu werden. So findet in der Regel ein besserer Informationsaustausch zwischen Elternhaus und Schule statt, die Kommunikation hat sich im Laufe der Jahre intensiviert.


>>>> zurück zu Zeugnissen