• Studienwahl
  •       Studienplanung
  •             Karriereplanung
Studienwahl, Karriereplanung, Schulwahl, Studienplanung
...

Bauindustrie

>>>> zurück zu Berufswelten

Die Bauwirtschaft ist einer der Schlüsselbranchen der deutschen Volkswirtschaft. Rund 700.000 Menschen bietet sie Arbeits- und Ausbildungsplätze. Mittelbar hängen von ihr 2,3 Millionen Arbeitsplätze ab. Trotz Baukrise bietet das deutsche Baugewerbe eine Vielzahl interessanter und zukunftsträchtiger Ausbildungs- berufe. Das Baugewerbe hat ein Bauvolumen von ca. 187 Mrd. €. Es setzt sich zusammen aus Bauhauptgewerbe mit rund 74.765 Unternehmen (davon die weit überwiegende Zahl Klein- und mittelständische Betriebe - KMU -; in 99% der Unternehmen des Bauhauptgewerbes sind weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt) und ca. 714.000 Beschäftigte und dem Ausbaugewerbe mit ca. 220.000 Betrieben und ca. 1,02 Mio. Beschäftigten [2006].

Weitere Informationen zur Branche und zu den Themen Ingenieur-Studium, Ingenieur-Karriere und Ingenieur-Jobs finden Sie unter www.gate4engineers.de .

In Deutschland schaffte die Bauindustrie 2006 die "konjunkturelle Trendwende". Nach über 10 Jahren des Rückgangs stiegen die Umsätze an und erstmals wurden wieder zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Die Beschäftigungszahl im Baugewerbe war von 1,4 Mio. (1995) auf 0,7 Mio. (2005) gesunken; 2006 stieg sie wieder auf 0,8 Mio. Die Zunahme der Bautätigkeit ging vor allem auf den Wirtschaftsbau(Investitionen der Unternehmen) in geringerem Maße auf den Eigenheimbau und auf staatliche Infrastrukturmaßnahmen(Strasse und Eisenbahnen) zurück. Die kommunale Bautätigkeit stagnierte dagegen weiterhin. Die Zahl der Baugenehmigungen im Wohnungsbau stieg in 2006 um 2,9% auf 247541. Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen belief sich auf 246000.

Wachstum

Das deutsche Baugewerbe wird nach allen Prognosen auch dieses Jahr wieder wachsen, entsprechend der kräftigen Konjunkturerholung. Günstig wirkt sich auch die zunehmende Bautätigkeit in Ostmittel- und Südeuropa aus, weil dadurch nicht mehr die dortigen Bauunternehmen mit Billigangeboten Deutschland überschwemmen. Baubedarf wird in den nächsten Jahren hauptsächlich im Verkehrsbereich (Schieneneubauten und Straßeninstandhaltung, weniger Neubauten) gesehen. Im Wohnungsbau ist in vielen Regionen Bedarfsdeckung gegeben, ausgenommen wirtschaftsstarke Verdichtungsräume wie München, wo noch Bedarf vorliegt. In Ostdeutschland ist noch größerer Sanierungsbedarf aber kein Neubaubedarf mehr vorhanden. In vielen Kreisen in Deutschland überschreitet aufgrund des Bevölkerungsrückgangs die Zahl der Wohnungsabbrüche bereits die des Neubaus.

Die Bauwirtschaft ist konjunkturellen Schwankungen jeweils besonders stark unterworfen. Momentan wird damit gerechnet, dass sich die Baubranche in den nächsten Jahren weiter belebt und sich die Bauquote auf international vergleichbarem Niveau stabilisieren wird. Im Wohnungsbau und im gewerblich-industriellen Bau werden Umbau und Renovationen in Zukunft zugunsten des Neubaus an Bedeutung gewinnen.

Arbeitsmarkt

Für die Beschäftigung im Bausektor ist das Auftragsvolumen als ein wichtiger Indikator zu sehen. Das ifo-Institut geht davon aus, dass sich die Baunachfrage innerhalb der nächsten Jahre in Europa im Tiefbau und Nichtwohnbau weiter beleben wird. Für die Nachfrage in Deutschland kommt ifo allerdings nicht zu so guten Aussichten. Die Nachfrage im Bausektor hängt dabei nicht nur von den wirtschaftlichen Entwicklungen ab, sondern auch von politischen Setzungen. So dürfte die Streichung der Eigenheimzulage zu einem weiteren Nachfragerückgang im Wohnungsbau führen.

Die Arbeitsmarktinformationen für Arbeitsmarkt-Informationen für Bauingenieurinnen und Bauingenieure stellen zwar fest, dass die Bauingenieure vom Personalabbau in der Baubranche in den letzten Jahren weniger betroffen waren, als Arbeitnehmer mit geringeren Qualifikationen. Ein nennenswerter Mehrbedarf über den altersbedingten Zusatzbedarf hinaus an einzustellenden Bauingenieuren in den nächsten vier bis fünf Jahren in den Haupttätigkeitsfeldern Konstruktiver Ingenieurbau, Baubetrieb und Bauausführung, Raumplanung / Verkehrswesen und Grundbau und Bodenmechanik ist vor diesem Hintergrund nicht sicher bzw. kann nicht quantifiziert werden. Neu entstandene Geschäftsfelder wie Umwelttechnik, Baustoffgewinnung/-recycling oder Bereiche der Projektentwicklung kompensieren diesen Rückgang auf den traditionellen Beschäftigungssektoren nicht vollständig.

Deutschlandweit sind im Jahre 2006 nunmehr sogar ca. 34 % der Bauingenieure (Uni und FH) über 50 Jahre alt gewesen. Bei einem Austrittsalter von durchschnittlich 62 Jahren hätte dies zur Folge, dass jährlich ca. 5.500 Bauingenieure ausscheiden würden. Somit ist die Zahl der Absolventen aus den Hochschulen (Uni und FH) im Jahr 2006 kleiner als allein die Zahl der altersbedingten Austritte. Ohne weitere konjunkturelle Rückgänge ist damit der reine Ersatzbedarf bereits größer als die mit Sicherheit in den nächsten Jahren - bis 2013 - niedrig ausfallenden Absolventenzahlen (ca. 4.000 - 4.500). Bei dieser kalkulatorischen Betrachtung muss zudem die Fluktuation des Arbeitsmarktes im Auge behalten werden. Insbesondere beim Wechsel (Zu- und Abgänge) von Arbeitsplätzen sind die Einstellungschancen jüngerer Ingenieure in der Regel wesentlich besser als die der älteren (vgl. dazu Entwicklung der Arbeitslosenzahlen weiter unten). Gefragt sind bei den jüngeren Bauingenieuren Mobilität, Flexibilität, gute bis sehr gute Fremdsprachen- kenntnisse und kaufmännisches Denken. Darüber hinaus haben EDV-Kenntnisse und der Nachweis einschlägiger Praktika besonderes Gewicht.