Energie
Energie, Wasser und Abwasser sind Schlüsselthemen für jede moderne Volkswirtschaft, die anstrebt, Wachstum, Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität nachhaltig zu gewährleisten. Als erneuerbare Energie wird Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse bezeichnet. Da sie nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind — sich also erneuern — werden sie auch regenerative Energien genannt. Genau das sind die Schlüsselwörter, die diese Industrie auf den Punkt bringen. Eine Industrie, die immer in die Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft blickt. Damit gewährleistet sie, dass unsere Bedürfnisse erfüllt und unsere Lebensqualität bewahrt bleibt.
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Die Energiewirtschaft ist eine Branche mit Zukunft. Neue Berufszweige und Tätigkeiten sind einerseits aufgrund wirtschaftlicher Entwicklungen wie Liberalisierung, Stromhandel, Durchleitung und Internationalisierung entstanden. Andererseits eröffnet das umweltpolitische Anliegen, vermehrt erneuerbare Energien zu nutzen sowie Abfall fachgerecht zu verwerten, eine Vielzahl neuer Forschungs- und Tätigkeitsfelder. Die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen in allen Fragen der Energieeinsparung, Energieversorgung, Wasser- und Abfallbewirtschaftung gewinnt ebenfalls laufend an Gewicht. Arbeitgeber der Branche sind Energieversorgungsunternehmen, Industrie-unternehmen im Bereich Abfall- und Wasseranlagen, Ingenieurbüros sowie Bund und Kantone. Eine beträchtliche Zahl von Ingenieuren macht sich selbstständig, etwa als beratende Ingenieure oder Sachverständige. Die Branche beschäftigte im Jahre 2002 fast 182.000 Mitarbeiter
Perspektiven und Prognosen
In keinem anderen Land geht der Ausbau erneuerbarer Energien so schnell voran, wie in Deutschland. Die Energiebereitstellung aus Wind, Sonne und Co. hat im Jahr 2007 neue Rekorde erreicht. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten deutschen Energie-verbrauch beträgt laut den Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) mit 219 Milliarden Kilowattstunden inzwischen neun Prozent, der Anteil am Stromverbrauch sogar 14 Prozent.
Tätigkeitsfelder & Bewerberprofile
Bis 2020 rechnen Experten fast mit einer Verdoppelung des globalen Strombedarfs. Das stellt auch hohe Anforderungen an die Mobilität und interkulturellen Kompetenzen der Einsteiger. Denn größtenteils entstehen die Kraftwerke außerhalb Deutschlands und Europas. In der globalisierten Arbeitswelt brauchen beispielsweise Ingenieure neben technischen und methodischen Kenntnissen auch ein hohes Maß an Fertigkeiten in Kommunikation, Kulturverständnis und Problembewältigung.
Gasversorgung
Die Gaswirtschaft Deutschlands ist eine der "Infrastrukturindustrien". Sie ist dreistufig und privatwirtschaftlich organisiert auf den Ebenen:
- Produktion und Import
- Fortleitung und Weiterverteilung
- Endverteilung
In den rund 750 Unternehmen sind mehr als 34.000 Beschäftigte tätig. Das Gasaufkommen setzt sich zu rund einem Fünftel aus Inlandsproduktion und zu 80 Prozent aus Importen aus Norwegen, Russland, den Niederlanden und anderen Ländern zusammen. Der gegenwärtige Gasverbrauch beträgt rund 905 Terawattstunden (TWh). Größte Abnehmergruppe ist die Industrie mit 373 TWh, dicht gefolgt von den Haushalten mit 316 TWh. Die derzeitige Lage der Gaswirtschaft ist von einem strukturellen Umbruch gekennzeichnet. Im Zuge der EU-weiten Liberalisierung des Gasmarktes und der Umsetzung mehrerer EU-Richtlinien erfolgt derzeit eine Neuordnung des rechtlichen Rahmens. Die Neufassung des Gesetzes über leitungsgebundene Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) wird einen wirksamen Wettbewerb, unter anderem durch einer Behörde zur Regulierung der Energieversorgungsnetze ermöglichen.
Wärmeversorgung
Rund 250 Unternehmen mit circa 11.000 Beschäftigten, überwiegend Stadtwerke, versorgen Bevölkerung, öffentliche Einrichtungen, Handel und Gewerbe vorrangig zu Heizzwecken mit Wärme. Darüber hinaus wird von diesen Unternehmen - insbesondere aber auch von Industrieunternehmen - Wärme für Prozesszwecke bereitgestellt. Die Wärmeerzeugung erfolgt in Heizkraftwerken und Heizwerken sowie in dezentralen Anlagen unterschiedlicher Größenordnung. Über 60 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs wird umweltschonend und energiesparend durch die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung (hierbei erfolgt die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme) gedeckt. In den alten Bundesländern kommt für die Wärmeerzeugung in den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen überwiegend Steinkohle zum Einsatz, in den neuen Bundesländern vorrangig Erdgas. Der Wärmeanschlusswert beträgt insgesamt rund 55.000 Megawatt (MW). Die Gesamtwärme-netzeinspeisung beträgt gegenwärtig etwa 315 Petajoule (PJ) pro Jahr.
Stromversorgung
Die Marktstruktur der Stromversorgung hat sich mit der Liberalisierung der leitungs-gebundenen Energien Strom und Erdgas im Jahre 1998 deutlich verändert. Die Strom-wirtschaft ist pluralistisch strukturiert; in Deutschland gibt es rd. 1.100 Stromversor-gungsunternehmen, die in den Bereichen Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Handel und Vertrieb tätig sind. Mit der European Energy Exchange AG (EEX) besteht seit 2002 eine einheitliche Strombörse in Deutschland. Die in Deutschland installierten Kraftwerkskapazitäten betragen ca. 120.000 MW. Sie umfassen einen breiten Brennstoffmix, bei dem der Anteil der Kohle mit über 50 Prozent dominiert. Rund ein Fünftel der Kraftwerkskapazitäten sind Kernkraftwerke. Deutschland hat sich für den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie entschieden. Zurzeit tragen noch 18 Reaktoren zur Stromerzeu-gung bei. Sie werden im Laufe der nächsten rund zwei Jahrzehnte schrittweise stillgelegt. Der Anteil der Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien wächst seit einigen Jahren beständig an.
Der deutsche Stromverbrauch in Höhe von gegenwärtig etwa 580 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr kann im Prinzip vollständig mit den im Inland installierten Kraftwerkskapazitäten gedeckt werden. Größte Stromverbrauchergruppe ist die Industrie. Zweitgrößte Verbrauchergruppe sind die rund 39 Millionen Haushalte in Deutschland. Der Stromaustausch mit den Nachbarländern beläuft sich gegenwärtig jährlich auf etwa 90 TWh.

