Berufseinstieg
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Arbeitsmöglichkeiten bieten nicht nur Krankenhäuser, Kliniken und ambulante medizinische Einrichtungen. Hochschulabsolventen finden ebenso Anstellungen im Bereich der Prävention, in der Gesundheitspolitik, bei Krankenkassen und Hilfswerken oder in der medizinischen Forschung. Neben Absolventinnen und Absolventen aus den verschiedenen medizinischen Studienrichtungen finden auch Psychologen, Bewegungs- und Sportwissenschaftlerinnen oder Ökonomen Arbeitsmöglichkeiten im Gesundheitswesen.
Die Arbeitsorte im Gesundheitswesen lassen sich in vier große Bereiche gliedern:
- Krankenhäuser und psychiatrische Kliniken
- ambulante Einrichtungen und Privatpraxen
- Forschung und Entwicklung sowie Gesundheitspolitik
- Prävention und Verwaltung
Alle diese Arbeitsorte haben ihre eigene Arbeitskultur, die geprägt wird vom Krankheitsverständnis, vom Menschenbild, von der Organisationsstruktur und den Positionen der Berufsleute im Betrieb. Je nachdem ist den Berufsleuten mehr Eigenverantwortung übertragen oder sie sind stärker in eine Hierarchie eingebunden. Aussagen, wie sich die einzelnen Arbeitsorte voneinander unterscheiden, sind nur sehr allgemein zu machen. Auch in einem großen Zentrumsspital oder einem großen Industriebetrieb mit hohem Organisationsgrad und vielen Hierarchiestufen ist selbstständiges Arbeiten gefordert. Umgekehrt kann eine überschaubare Apotheke sehr straff und eng geführt sein. Was überall gilt: Ohne Teamarbeit geht es nicht. Jeder Beruf im Gesundheitswesen ist auf ein gut funktionierendes Zusammenwirken mit anderen Fachleuten angewiesen.
Krankenhäuser und psychiatrische Kliniken
In Krankenhäusern arbeiten medizinische Teams bestehend aus spezialisierten Ärzten, Pharmazeutinnen, Pflegefachleuten und medizinisch-technischen Fachpersonen eng zusammen. Sie diagnostizieren Krankheiten, behandeln, operieren und therapieren Patienten und sorgen für eine professionelle Pflege und Rehabilitation.
Universitätskliniken und größere Kantonsspitäler verfügen dazu über hoch spezialisierte technische Infrastrukturen. An Universitätskliniken nehmen neben der medizinischen Versorgung der Patienten Lehre und Forschung einen wichtigen Platz ein. Dazu kommen Funktionen im administrativen Bereich (Leitung einer Abteilung, Anstellung von medizinischem Fachpersonal), in der Kontrolle von Behandlungen und in der Wissensvermittlung.
In psychiatrischen Kliniken arbeiten Ärztinnen eng mit Psychologen und Psychiatriepflegepersonen zusammen. Sie betreuen Patienten und Patientinnen mit verschiedenen psychischen Störungen. Die Therapien bestehen meist aus einer Kombination von medikamentösen Behandlungen und psychotherapeutischen Interventionen.
Ambulante Einrichtungen und Privatpraxen
Ob Pharmazeutin, Humanmediziner oder Zahnmedizinerin, nicht wenige steigen in einen Beruf des Gesundheitswesens ein in der Absicht, sich später einmal selbstständig zu machen. Für Ärztinnen, Veterinäre, Apothekerinnen und Zahnärzte ist es wegen der hohen medizinischen Versorgungsdichte nicht einfach, schon kurz nach der Assistenzzeit eine eigene Praxis oder Apotheke zu übernehmen bzw. aufzubauen. Der Weg in die selbstständige Praxis dauert länger als das Studium. Er erfordert jahrelange Berufserfahrung, häufig auch spezifische Weiterbildungen. Nicht zuletzt ist die Eröffnung einer neuen, selbstständigen Praxis mit großen Investitionskosten verknüpft. Bei den Ärztinnen und Ärzten kommt hinzu, dass ein Zulassungsstopp für Neueröffnungen verfügt wurde. Und trotzdem gilt für alle medizinischen Hochschulberufe: Sie treffen nach wie vor auf einen attraktiven Arbeitsmarkt mit guten Berufschancen. Der Ausbau des Gesundheitswesens und die Zunahme der Pensionierungen von Medizinalpersonen lassen auch in Zukunft auf eine gute Beschäftigungssituation schließen.
Gruppenpraxen
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Gemeinschafts- und Gruppenpraxen deutlich gestiegen. Gruppenpraxen ermöglichen eine intensive fachliche Zusammenarbeit, benötigen tiefere finanzielle Investitionen, erlauben Teilzeitarbeit und vereinfachen die Ferien- und Stellvertretungsregelungen. In HMO-Gruppenpraxen (Health Maintenance Organisation), Gesundheitszentren oder Gatekeeper-Systemen arbeiten Ärztinnen mit Fachleuten anderer medizinischer Berufe zusammen. Arbeitsmöglichkeiten bieten zudem Heil- und Chiropraxen oder spezialisierte Röntgen-, Analyse- und Bestrahlungsinstitute.
Medizinische Forschung
In der medizinischen Forschung geht es hauptsächlich darum, die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen, Krankheitsursachen und -abläufe zu studieren, neue Heilmethoden und Operationstechniken zu entwickeln und die Wirkung neuer Medikamente zu testen. Schwerpunktbereiche der aktuellen medizinischen Forschung sind Krebs, Herzerkrankungen, Alterskrankheiten und die Immunschwächekrankheit AIDS. Universitätskliniken, spezialisierte Forschungsinstitutionen und die chemisch-pharmazeutische Industrie beteiligen sich daran. Neben Pharmazeutinnen und Ärzten arbeiten vor allem auch Absolventen verschiedener Naturwissenschaften wie Chemie, Biologie oder Biochemie in der medizinischen Forschung.
Verwaltung, humanitäre Organisationen und Privatwirtschaft
Medizinische Fachpersonen, die beispielsweise beim Bundesamt für Gesundheitswesen arbeiten, beschäftigen sich mit der Gesundheit von ganzen Bevölkerungsgruppen. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Überwachung der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten (z.B. Tuberkulose oder Grippe), das Ausarbeiten von Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung, die Koordination zwischen den entsprechenden Stellen, die Information und Beratung in den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Prävention, die Registrierung und Kontrolle von Impfstoffen, der Sanitätsdienst an den Grenzen u.a.m.
Belastungen
Die Arbeit mit kranken Menschen ist psychisch sehr belastend und verlangt von den Berufstätigen eine intensive Verarbeitung der Erlebnisse. Die Arbeitszeiten sind häufig unregelmäßig, Schichtarbeit und Pikettdienste rund um die Uhr gehören in vielen Berufen dazu. Eine gute körperliche wie geistige Konstitution ist deshalb auf jeden Fall Bedingung. Vor allem in den Arztberufen kommt schon während der Assistenzzeit eine hohe Stundenbelastung hinzu. Assistenzärzte, Oberärzte und Chefärztinnen in den Spitälern arbeiten 50 bis 60 Stunden pro Woche. Um diese hohen Belastungen abzubauen, werden neue Funktionen wie z.B. der Spitalarzt und damit immer häufiger Regelarbeitszeiten eingeführt.


