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Handel

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Der Handel in Deutschland gehört mit rund 700.000 Unternehmen und 4,2 Millionen Beschäftigten zu den beschäftigungsintensiven Wirtschaftsbereichen. Über 15 Prozent aller Erwerbstätigen sind im Handel tätig. Trotz deutlicher Konzentrationsbewegung ist der Wirtschaftsbereich immer noch stark mittelständisch geprägt. Der Handel realisiert einen Umsatz von über 1 Billion €. Sein Beitrag zur Bruttowertschöpfung liegt bei rund 11 Prozent.

Die großen Bereiche sind der Einzelhandel (400.000 Unternehmen) und der Großhandel (110.000 Unternehmen). Daneben gibt es rund 70.000 Unternehmen von Handelsvermittlern und rd. 100.000 Kfz-Handelsbetriebe und Tankstellen. Zum Wirtschaftsbereich gehören außerdem rund 10.000 Reparaturbetriebe für Gebrauchsgüter. Der Großhandel ist das unverzichtbare Bindeglied zwischen den Wirtschaftsstufen Industrie, Handwerk und Einzelhandel. Die Abnehmer des Großhandels sind Einzelhandelsfirmen, Gastgewerbe, regionale Großhändler oder weiterverarbeitende gewerbliche und industrielle Betriebe. Der Außenhandel ist der Großhandel auf internationaler Ebene, sorgt für die Versorgung der Konsumenten mit dem weltweit erhältlichen Angebot. Der Außenhandel erschließt der deutschen Industrie weltweite Absatzmöglichkeiten, bietet internationalen Kundendienst und versorgt die Verbraucher mit Importgütern aus aller Welt: von Kaffee, Tee, Kakao über andere Nahrungsmittel, von industriellen Rohstoffen über chemische Produkte hin zu typischen Verbrauchsgütern, Bekleidung, elektronischen Geräten oder komplexe Anlagen. Jeder dritte Arbeitsplatz hängt davon ab, dass sich unsere Produkte auf den weltweiten Märkten gegen internationalen Wettbewerber durchsetzen.

Aktuelle Entwicklungen

In den vergangenen Jahren hat der Handel nur geringe Wachstumsraten aufweisen können. Der Umsatz im Einzelhandel stieg 2005 gegenüber 2004 um 1,5 Prozent (nominal) bzw. 1,1 Prozent (real). Intensiver Wettbewerb und hoher Rationalisierungsdruck führen seit Jahren sowohl im Einzel- wie auch Großhandel zu einem Rückgang der Vollzeitbeschäftigten. Dass die Zahl aller Beschäftigten im Einzelhandel dennoch stieg, ist auf eine Zunahme der Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen.

Handelsformen

Die Handelsbranche ist in drei Bereiche gegliedert. Der mit Abstand größte Bereich ist der Einzelhandel. Dieser umfasst so unterschiedliche Sparten wie Lebensmittel, Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren, Haushaltsgeräte, Uhren und Schmuck aber auch Heimwerkerbedarf, Möbel oder Apotheken und Parfümerien.

Der zweite wichtige Bereich ist der Groß- und Außenhandel: Das kleine Ladengeschäft kauft im Normalfall seine Waren nicht direkt beim Produzenten sondern bei einem Grossisten. Die Genossenschaft und der Großverteiler beziehen Waren bei Großhandelsfirmen (Import-/Exportfirmen). Diese in der Öffentlichkeit häufig wenig bekannten Firmen handeln alles, was es zu handeln gibt: Erdöl und seine Produkte, Eisen-, Bunt- und Edelmetalle sowie andere Rohstoffe, Kaffee, Zucker, Getreide, Bananen usw. Die Firmen beschäftigen außer Wirtschaftsfachleuten verschiedener Ausrichtung und Juristen auch Sachverständige für einzelne Produkte und ihre Märkte, also auch etwa eine Agronomin, einen Erdwissenschaftler, eine Materialwissenschaftlerin.

Eine dritte Säule bildet der Versandhandel mit den großen Universalversendern und den Spezialanbietern. Während sich einige Spezialversender oder Online-Händler über steigende Kundenzahlen freuen und satte Umsatzzuwächse verzeichnen, kämpft vor allem der Einzelhandel mit einer stagnierenden Nachfrage. In dieser angespannten Situation setzen die Branchengrößen zunehmend auf qualifizierte Wirtschaftswissenschaftler — kleinere Handelsunternehmen können sich den akademischen Nachwuchs dagegen nur selten leisten.