IT/TK
Die Verarbeitung und Verbreitung von Informationen sind zu einer Schlüsseltechnologie der westlichen Industrienationen geworden. Was mit dem Morse-Alphabet und der Erfindung des Telegrafen begann, ist unterdessen zur digitalen Datenautobahn angewachsen. An jedem Ort der Welt haben wir unmittelbaren Zugriff auf Daten, Informationen, Bilder und Dokumente. Telefonische Kontakte an abgelegenen Orten sind selbstverständlich geworden, Fernsehbilder flimmern von allen Stationen der Welt ins Haus und bald aufs mobile Telefon. Um all dies kümmert sich die Informatik- und Telekommunikationsbranche (IKT).
Branchenporträt
Der Informations- und Telekommunikationssektor (ITK) gehört neben den Branchen Fahrzeugbau, Maschinenbau und Elektrotechnik-/Elektronikindustrie zu den größten Wirtschaftszweigen in Deutschland und ist seit Ende des 20. Jahrhunderts eine der am schnellsten wachsenden Branchen. Durch den Einsatz der Computertechnik wuchs die Kommunikationsindustrie weltweit und erschloss sich neue Märkte, sowohl im geschäftlichen, als auch im privaten Bereich. Das rasche Fortschreiten der Globalisierung wäre ohne die neuen Kommunikatuonsmedien nicht möglich gewesen. Mit derzeit gut 800.000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp 150 Milliarden Euro beträgt sein Anteil am weltweiten Markt für Informations- und Kommunikationstechnik gut 6 Prozent. Damit ist Deutschland nach den USA und Japan der drittgrößte Ländermarkt weltweit und der bedeutendste Markt für ITK in Europa. Der ITK-Sektor gehört zu den hoch innovativen Branchen, die einen überdurchschnitt-lichen Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum in Deutschland leisten. Als Quer-schnittstechnologie ermöglichen und initiieren Informations- und Kommunikations-technologien zudem viele Produkt- und Prozessinnovationen in anderen Branchen, wie zum Beispiel dem Maschinen- und Anlagenbau.
Aktuelle Entwicklungen
Die Branche, insbesondere Software-Häuser und IT-Dienstleister, blickte mit Zuversicht auf das Jahr 2008. Fast 3/4 der Unternehmen erwartet steigende Umsätze, da die Telekommunikationsbranche immer zu den stabilen Wirtschaftszweigen in Deutschland gehörte. Der Markt hatte auch ohne guten Kundenservice viele Kunden, da die Nachfrage nach Handys und Internet sehr hoch ist. Doch seit zwei Jahren werden Umsatzrückgänge gemeldet. Es wird sogar ein Absturz der Branche bis 2020 vorausgesagt, wenn sich die Wettbewerbsbedingungen nicht ändern sollten. Damit würden bis zu 100 000 Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen. Da die Bundesnetzagentur vor allem hinsichtlich der Preissenkung reguliert, gibt es keine Anreize für Investitionen in diesem Bereich.
Volkswirtschaftlich gesehen, haben Handys und das Internet Arbeitsabläufe stark revolutioniert. Ein Zusammenbruch der Branche hätte deshalb weitgehende Folgen. Mit dem Mobilfunkstandard GSM hat es Europa schon einmal geschafft hohe Erfolge zu erzielen. Deshalb besteht auch weiterhin Hoffnung, dass Deutschland innovative Ideen umsetzt und wieder internationalen Standard erreicht.

