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Berufseinstieg

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Das Geschäftsklima in der Branche ist trotz des Fachkräftemangels sehr gut. 75 Prozent der Unternehmen rechnen nach einer Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) für das Jahr 2007 mit steigenden Umsätzen. Besonders positiv ist die Stimmung bei Software-Anbietern und IT-Dienstleistern: 2006 wurden hier sogar fast 10.000 neue Jobs geschaffen. Etwas zurückhaltender in ihren Wachstumsprognosen sind Telekommunikationsfirmen und Hersteller von Hardware. Hier werden Stellen abgebaut, unter anderem wegen Produktionsverlagerungen ins Ausland.
Ebenfalls gefragt sind IT-Fachkräfte im Handel, bei Unternehmensberatungen sowie in Architektur- und Ingenieurbüros. Da die IT mittlerweile fester Bestandteil in der Automobilbranche, im Maschinenbau, in der Medizintechnik oder auch in der Logistik ist, sind viele IT-Fachkräfte bei den Anwenderfirmen selbst beschäftigt. Ein von Informatikern bisher wenig beachteter alternativer Arbeitsmarkt sind allgemein- und berufsbildende Schulen. Nicht nur die große Zahl an freien Stellen in unterschiedlichen Bereichen macht den IT-Arbeitsmarkt interessant: Laut der jährlichen Vergütungsstudie der IG-Metall verdient ein Berufseinsteiger als Software-Entwickler fast 44.000 Euro im Jahr, bei den Beratern liegen die Einstiegsgehälter bei 46.000 Euro. Dazu können noch variable Prämien oder Provisionen kommen.

Studienanfänger

Die Aussichten für Absolventen informationstechnischer Studiengänge sind gut. Dennoch ist die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik im Jahr 2006 wieder deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Erstsemester an den Universitäten und Fachhochschulen um 2,4 Prozent auf 28.521. Im vergangenen Jahr lag der Frauenanteil unter den Studienanfängern bei 16,5 Prozent - mit sinkender Tendenz. Der Verband BITKOM rechnet vor: Bis 2008 könne die jährliche Zahl der Informatik-Absolventen den Bedarf der Wirtschaft nicht decken und in den Folgejahren werde sich der Mangel aufgrund der demographischen Entwicklung noch verschärfen. Die Berufswahl nur nach solchen Szenarien auszurichten, ist allerdings nicht ratsam, denn eine gesicherte Konjunkturprognose für den häufig in weiter Ferne liegenden Zeitpunkt, zu dem jemand seine Berufsausbildung abgeschlossen haben wird, kann man schwer abgeben.

Spezialisierung

Dabei muss es nicht unbedingt ein klassisches Informatik-Studium an einer Universität sein. Viele Unternehmen suchen nicht unbedingt einen Absolventen mit einem ganz bestimmten Abschluss, sondern fordern vom Bewerber in erster Linie bestimmte fachliche Kompetenzen, beispielsweise in bestimmten Programmiersprachen oder Betriebssystemen, unabhängig davon, auf welchem Weg er diese erworben hat. Arbeitsmarkt-Expertin Marion Rang von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit bestätigt diese Entwicklung: „Der Generalist mit breit gestreutem Fachwissen ist nicht mehr so gefragt. Wichtiger ist es, über mehrere Spezialkenntnisse zu verfügen, die kombiniert werden können, beispielsweise bestimmte Programmiersprachen und Projektmanagement-Kompetenz." Die Branche sucht also Multispezialisten.
Da neben reinen IT-Kenntnissen auch zunehmend fachliches Wissen aus anderen Studiengängen gefragt ist, haben auch Absolventen so genannter Bindestrich-Studiengänge wie Wirtschaftsinformatik oder Medizinische Informatik, gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Gesuchte Spezialisten

Die Zukunfstbereiche für IT-Spezialisten

Beratung

Immer wieder neue Innovationszyklen in der Informationstechnologie wirken sich nachhaltig auf die IT-Infrastruktur von Betrieben und Behörden aus und verändern dort die Arbeitsabläufe bzw. -organisation. Das hat zur Folge, dass die Nachfrage nach IT-Beratern bzw. IT-Consultants nach einigen Jahren der Zurückhaltung bei IT-Investitionen deutlich zugenommen hat. So lässt sich aus der Staufenbiel-Studie JobTrends 2006/2007 ablesen, dass rund jedes sechste Unternehmen sich auf diesem Arbeitsmarkt nach Nachwuchsinformatikern umsieht. Zu den Tätigkeiten dieser gefragten ITBerater gehört beispielsweise die Beratung von Unternehmen und Organisationen bei der Situations- bzw. Problemanalyse, bei der Beschreibung von Zielen von IT-Projekten, bei der Entwicklung von Lösungskonzepten und bei der Umsetzung von IT-Lösungen. Diese IT-Generalisten entwickeln neue Organisationsstrukturen, aber auch Software- Applikationen und sind in der Lage, Kommunikations- und Datenbanksysteme zu implementieren. D.h., zu den Anforderungen an IT-Consultants gehören neben der eigentlichen Beratungskompetenz auch umfassende Entwicklungs- und Projektmanagementkompetenz sowie vertiefte Kenntnisse spezieller IT-Technologien. Kreative und flexible IT-Fachkräfte mit hoher kommunikativer Kompetenz und entsprechender Persönlichkeit haben deshalb zurzeit allerbeste Zukunftsperspektiven im Berufsfeld IT-Beratung.

Sicherheitstechnologie

Ob Viren, Würmer, Trojaner oder Spams — die Entwicklungsgeschwindigkeit in der Informationstechnologie beschleunigt auch die Vermehrung und Verbreitung so genannter Malware, d.h. vielfältiger Bedrohungen der Computersysteme und  Netzwerke. Laut BITKOM sahen sich bereits mehr als 80% aller Unternehmen in Deutschland Virenangriffen ausgesetzt. Die Tatsache, dass den Unternehmen und Organisationen beim Virenbefall im Ernstfall unkalkulierbar hohe finanzielle Schäden entstehen können, hat dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen und Organisationen Jahr für Jahr ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern müssen. Mehr als 50.000 Menschen sind deswegen im Berufsfeld IT-Sicherheit bzw. ITSecurity tätig. Die Hälfte davon ist laut BITKOM als IT-Sicherheitsbeauftragte ihres Unternehmens tätig, während die andere Hälfte bei Herstellern von ITSicherheitslösungen, bei Beratungshäusern und Organisationen beschäftigt ist, die sich mit Datenschutz und Datensicherheit befassen. Zentrale Herausforderungen, denen sich IT-Sicherheitsexperten ausgesetzt sehen, sind:
Umsetzung der aktuellsten gesetzlichen Auflagen Bekämpfung neuer Würmer, Viren oder Trojaner Schutz des Unternehmens vor kriminellen Anwendern Auffinden so genannter Spyware Klärung von Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit WLAN-Netzwerken Abwehr von terroristisch motivierten Angriffen auf die Computernetze

Handel/E-Commerce

Das Internet hatte in den vergangenen Jahren erheblichen Einfluss auf das Kundenverhalten: Durch die umfassende Verfügbarkeit des Internets kaufen laut einer Allensbach-Umfrage zwischenzeitlich mehr als 45% der Menschen in Deutschland ‚online’. Das ist fast das Doppelte im Vergleich zu den im Jahr 2001 erhobenen Daten. E-Commerce, d.h. Online-Handel und Online-Marketing zählen zweifelsfrei zu den stark boomenden IT-Anwendungsfeldern. Ob es nun reine Internethändler oder Ebay-Powerseller sind, ob es so genannte Multichannel-Händler (mehrere Vermarktungswege) oder Teleshopping- Versender sind oder bisherige klassische Katalogversender, die zwischenzeitlich verstärkt das Internet als Vermarktungskanal nutzen: Alle haben wachsenden Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften. Diese werden benötigt, um beispielsweise mittels E-Logistik und Supply Chain Management (SCM) Kosten- und Warenströme optimal zu lenken oder mittels Data-Warehousing große Datenmengen zu steuern und Zusammenhänge zwischen Produkten und Kundenverhalten sichtbar zu machen.IT-Berater, Softwaredeveloper und Datenbankspezialisten finden im Online- Handel daher gute Arbeitsmöglichkeiten.

Logistik

Die Steuerung und Organisation des Transports auf dem Schienenweg, aufder Straße, auf dem Wasser und in der Luft gehören zu den traditionell zentralen Aufgaben von Logistikunternehmen. Allerdings zählen moderne Unternehmen der Logistikbranche mittlerweile auch die Organisation und Steuerung von Finanz- und Datenströmen, die Abrechnung gelieferter Waren oder auch die Kundendatenverwaltung zu ihren Aufgaben. Im Jahr 2006 hat sich, wegen der wirtschaftlichen Erholung und auf Grund des Ausbaus und der Verbesserung der IT-Infrastruktur in der Logistik, die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen nahezu verdoppelt. Die Internationalisierung, die Zunahme des E-Commerce und das wachsende Servicebewusstsein der Kunden stellt die Logistikbranche vor immer neue Herausforderungen und eröffnet Softwareentwicklern und anderen IT-Fachkräften gute Berufsaussichten. Weitere für IT-Fachkräfte interessante Branchen stellen beispielsweise auch die Kreditwirtschaft (Online-Banking, eCash), die Automobilwirtschaft, die Luft- und Raumfahrtechnik dar. Auch in Zukunft wird es immer mehr Branchen und Tätigkeitsfelder geben, in denen Informationstechnologie eine zentrale Rolle spielt.

Embedded Systems

Bei den Embedded Systems handelt es sich um Hard- oder Software-Komponenten, die in elektronische Geräte integriert werden. Das Besondere an Embedded Systems ist, dass sie nur für eine genau definierte Funktion entwickelt werden. Somit sind sie nicht — wie etwa ein PC — für unterschiedliche Zwecke universell einsetzbar. Diese Systeme findet man zum Beispiel in Unterhaltungselektronik, Medizintechnik oder im Maschinen- und Anlagenbau. Auch in Quarzuhren oder Herzschrittmachern sind diese für den Nutzer unsichtbaren Komponenten zu finden. Besonders in der verarbeitenden Industrie werden entsprechende Systeme entwickelt und eingesetzt. Die Autoren der BITKOM-Studie gehen davon aus, dass der weltweite Markt für Embedded Systems bis 2010 um 56 Milliarden Euro steigen wird.

Biometrie

Unter dem Überbegriff Biometrie sind automatisierte Verfahren zur Erkennung von Menschen zu verstehen. Diese Verfahren sollen die Sicherheit in öffentlichen Räumen erhöhen. Prominente Beispiele sind der elektronische Personalausweis und ein Pilotprojekt im Mainzer Hauptbahnhof, bei dem das Bundeskriminalamt getestet hat, ob Einzelpersonen mithilfe biometrischer Daten in Menschenmengen erkannt werden können. Die wichtigste Technologie bleibt allerdings die Erkennung von Fingerabdrücken.
So lassen sich im Bankensektor etwa biometrische ­Verfahren bei Geldautomaten, Internet- und Telefonbanking oder dem kartenbasierten Zahlungsverkehr einsetzen. Laut BITKOM stellen derzeit knapp hundert deutsche Unternehmen mit mehreren tausend Beschäftigten ­biometrische Produkte her oder befassen sich mit der Systemintegration.
Einstiegsmöglichkeiten finden sich unter anderem bei Anbietern für Krankenhausinformationssysteme, in pharmazeutischen Unternehmen, in Kliniken oder Forschungsinstituten.

Internetfernsehen und mobiles TV

Internetzugänge per DSL oder Kabel sind bis zu 1.000 mal schneller als analoge Anschlüsse. Zurzeit verfügen rund 40 Prozent aller deutschen Haushalte über einen Breitbandzugang, zur Jahresmitte 2008 wird es nach Prognosen des Branchenverbands jeder zweite Haushalt sein. Experten gehen davon aus, dass sich damit die Freizeitgewohnheiten ändern. Musikdownloads, Internetfernsehen, Online-Spiele oder Online-Gemeinschaften werden immer beliebter. Somit wird das Fernsehen der Zukunft — Internetfernsehen und mobiles TV — in den nächsten Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft sein.
Auch die Umstellung vom analogen auf das digitale Fernsehen DVB-T bietet eine große Chance, Übertragungskazazitäten effizienter zu verwenden. Eine Umfrage des BITKOM hat gezeigt, dass sich schon heute mehr als zehn Millionen Deutsche für Handy-TV interessieren. Bisher gibt es in Deutschland allerdings nur regional begrenzte Handy-TV-Angebote. Da beim Internet-TV die Medien Internet und Fernsehen miteinander verschmelzen, sind hier vor allem die Fachkräfte gefragt, die sich in beiden Medien bestens auskennen. Einstiegsmöglichkeiten für Informatik-Absolventen mit IPTV-Know-how finden sich beispielsweise bei Mobilfunkanbietern, Fernsehanstalten und Telekommunikations- oder IT-Dienstleistern.