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Eine Tätigkeit im Bereich Medien und Journalismus ist oft ein Traumberuf. Die Wege, die in diese Branche führen sind unterschiedlich. Immer mehr Journalisten und Redaktorinnen kommen von der Universität, viele aber auch über die Berufspraxis. Lebenserfahrung, gute Sprachkenntnisse, Begeisterung und Kommunikationstalent sind dafür unerlässlich.
Zeitungen und Zeitschriften, Internet, Radio oder Fernsehen unterhalten, informieren, polarisieren — und kämpfen um Marktanteile. Wirtschaftswissenschaftler finden sich unter Journalisten oder Programmmachern ebenso wie im kaufmännisch-administrativen Bereich. Entscheidend ist die Medienaffinität der Bewerber. Dabei von zunehmender Bedeutung: Manager, die Schnittstellen effizient besetzen. Flexibilität ist alles — etwa bei der Arbeit mit Teams, in denen die verschiedensten Qualifikationen zusammenkommen. Improvisationsvermögen und Spontaneität sind das A und O der Branche, die von produktiver, schneller und zuverlässiger Zusammenarbeit aller Beteiligten lebt. Die Zukunft ist Digital.
Perspektiven und Prognosen
Die Karrierechancen im Medien- und Kreativbereich sehen eher mau aus. Die schlechte wirtschaftliche Lage hinterließ auch eine schlechte Auftragslage in der Werbewirtschaft. Ob Verlage oder Fernsehsender - deutsche Medienunternehmen haben derzeit vor allem ein Problem: Der Werbemarkt, der jahrzehntelang ein verläßlicher Wachstumsmotor für die Branche war, ist in Deutschland kräftig ins Stottern geraten. Beispiel Fernsehen: In den neunziger Jahren wuchsen die Werbeeinnahmen der Privatsender, von denen diese fast ausschließlich leben, stetig und deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft. 2001 folgte den goldenen Jahren ein jäher Absturz mit prozentual zweistelligen Einnahmeausfällen, von dem sich die Sender bis heute nicht erholt haben.
Ähnlich ist das Bild bei den Tageszeitungen. Früher stammten zwei Drittel der Umsätze aus dem Anzeigengeschäft, mittlerweile halten sich diese mit den Erlösen aus dem Zeitungsverkauf die Waage. Eine Ausnahme in der tristen Werbekonjunktur haben in den vergangenen Jahren lediglich die Online-Werbeeinnahmen gebildet, die, wenn auch auf niedriger Basis, kräftig wachsen.
Die Folgen des Klimasturzes am Werbemarkt blieben auch Lesern und Zuschauern nicht verborgen. Zwar gab es trotz teilweise drastischer Einnahmeausfälle in der mittelständisch geprägten deutschen Verlagslandschaft bisher kein Zeitungssterben. Doch das redaktionelle Angebot vieler Blätter ist heute schmäler als vor der Krise. Die Fernsehsender sparen bei aufwendigen Spielfilmen und hochwertigen Serien. Rateshows, die zu kostenpflichtigen Anrufen verführen, und nächtliche Telefon-Sex-Animation breiten sich im Programm aus.
Die Medienunternehmen hoffen indes auf eine Belebung der seit Jahren schwachen Inlandskonjunktur, die den Werbemarkt wieder etwas in Schwung bringen dürfte.
Auch die Verlage suchen nach neuen Einnahmequellen, um die Werbeeinbußen auszugleichen. Viele Blätter haben Buch-, CD- und DVD-Reihen auf den Markt gebracht. Vorreiter war dabei in Deutschland der Verlag der Süddeutschen Zeitung (SZ). Doch es gibt Zweifel, ob die Zusatzgeschäfte auch längerfristig Umsätze bringen.
Die meisten Tageszeitungen kämpfen allerdings nicht nur mit schrumpfenden Anzeigenumsätzen, sondern seit langem auch mit einem Abbröckeln ihrer Leserbasis. Einige Verlage wie Springer, Holtzbrinck („Handelsblatt“) und Dumont („Kölner Stadt-Anzeiger“) testen seit einigen Monaten kleinformatige, inhaltlich knapper gefaßte und billigere „Kompaktzeitungen“. Im Ausland haben sich zudem längst Gratiszeitungen etabliert, die sich nur über Anzeigen finanzieren. Weil vor allem junge Menschen immer seltener zur Zeitung greifen, erwägt Springer gar, ein neues Blatt eigens für Kinder auf den Markt zu bringen. So viele neue Ideen und Projekte wie derzeit haben die deutschen Zeitungshäuser schon lange nicht mehr erprobt. Und so hat offenbar auch die Krise ihre Vorteile: Not macht erfinderisch.

