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Pharma

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Es gibt kaum eine Branche, die von der Öffentlichkeit mit mehr Emotionen begleitet wird wie die Pharmaindustrie. Ihre Produkte, die für einen Umsatz von rund 600 Milliarden Dollar im Jahr stehen, gehen alle an: die Kranken sowieso; aber auch die Gesunden, die über steigende Krankenkassenbeiträge spüren, welche Schwierigkeiten das Gesundheitswesen - und damit die Pharmaindustrie - zu bewältigen hat. Die pharmazeutische Industrie ist ein wichtiger Zweig der chemischen Industrie. Rund 22 Prozent der gesamten Chemieproduktion in 2006 entfiel auf pharmazeutische Erzeugnisse. Die  Pharmaindustrie erzielte 2006 einen Umsatz von 29,4 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz belief sich 2006 auf 13,2 Milliarden Euro.

Der Auslandsumsatz erhöhte sich auf 16,2 Milliarden Euro. Die pharmazeutische Industrie ist besonders forschungsintensiv. Die Forschungsausgaben allein bei den großen forschenden Herstellern beliefen sich 2006 auf gut 4,4 Milliarden Euro. Die Pharmakonzerne sind eine Zielscheibe für Kritik. Denn sie verdienen prächtig. Die profitabelsten Unternehmen erwirtschaften Ergebnismargen vor Zinsen und Abschreibungen von mehr als 35 Prozent. Selbst die schlechteren schneiden nur rund 10 Prozentpunkte schwächer ab. Die Pharmaunternehmen verstehen die hohe Rendite als Risikoprämie für ihre aufwendige Forschung, Entwicklung und Zulassung - die jederzeit scheitern kann, aber rund 800 Millionen Dollar je erfolgreichem Medikament kostet. Die Konzerne reagieren auf den Druck mit Zusammenschlüssen.

Die bisher größte Transaktion war die Fusion von Pfizer und Warner-Lambert mit einem Wert von 90 Milliarden Dollar im Jahr 2000. Kurz darauf folgten Glaxo Wellcome und Smithkline Beecham (Wert: 74 Milliarden Dollar), zwei Jahre später Pfizer und Pharmacia (60 Milliarden Dollar) sowie Sanofi-Synthélabo und Aventis (55 Milliarden Euro). Dagegen nimmt sich der Kauf von Schering durch Bayer, eine rein deutsche Transaktion, für rund 17 Milliarden Euro klein aus. Überhaupt spielen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle. Bayer hat es durch den Schering-Kauf geschafft, wieder zum größten deutschen Pharmakonzern zu werden. Den Titel hatte zuvor der Familienkonzern Boehringer Ingelheim.

Dass Krebs mittlerweile heilbar ist und nicht jeder Herzinfarkt tödlich endet, ist ein wichtiger Verdienst der Pharmaindustrie. Über 1.000 pharmazeutische Unternehmen beschäftigen rund 113.000 Mitarbeiter, viele davon in der Forschung und Entwicklung. Wer sich ebenfalls in den Dienst der Gesundheit stellen will, findet in der Pharmabranche interessante Aufgaben.

Perspektiven und Prognosen

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Pharmaindustrie ist in den vergangenen Jahren in der Tendenz leicht rückläufig. Die betroffenen Unternehmen begründen das mit den zahlreichen gesundheitspolitischen Eingriffen, mit denen die Branche Jahr für Jahr zu kämpfen hat. Trotzdem besteht noch Bedarf an hoch qualifiziertem Personal: zum einen für die Forschung und Entwicklung, zum anderen für den Vertrieb und das Marketing. Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung gilt die pharmazeutische Industrie als eine der wichtigsten Zukunftsbranchen. Deutschland ist weltweit der fünftgrößte Produzent, wobei die meisten Mitarbeiter in kleinen und mittleren Firmen beschäftigt sind.

Die Pharma-Jobs sind vielfältig - und krisensicher. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung gilt die pharmazeutische Industrie als eine der wichtigsten Zukunftsbranchen. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg zwischen 2000 und 2005 um 14,4 Prozent. Deutschland ist weltweit der fünftgrößte Produzent, wobei die meisten Mitarbeiter in kleinen und mittleren Firmen beschäftigt sind. Spannende Aufgaben bieten große und kleine Arbeitgeber gleichermaßen.

Arzneimittel

In der Pharmabranche braucht man einen langen Atem: Zwölf Jahre dauert es im Schnitt, bis ein neues Arzneimittel auf den Markt kommt. Zahlreiche Arbeitsschritte sind bis dahin nötig - und entsprechend vielfältig sind die Aufgaben. Die Zahl der Arzneimittel in Deutschland liegt derzeit laut dem bekanntesten Arzneimittelverzeichnis, der Roten Liste, bei 8.834 Präparaten. Darunter befinden sich jedoch viele nur selten verwendete Mittel. Zählt man jede Darreichungsform und Wirkstärke einzeln, kommt man auf mehr als 40.000 Arzneimittel. Neben den Originalpräparaten gibt es auch zahlreiche Nachahmerprodukte, die nach Ablauf der Patentschutzfrist zugelassen werden.