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Branchenporträt

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In Europa ist die deutsche Gießereiindustrie führend. Sie zählt neben den  Gießereiindustrien der USA, Chinas, Japans, Russlands und Indiens zu den führenden in der Welt. Die Stahlindustrie in Deutschland hat getragen von einer außergewöhnlich dynamischen globalen Stahlkonjunktur und der positiven Konjunkturentwicklung bei den Stahlverarbeitern im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt. 2007 wurde mit 48,55 Mio. t so viel Rohstahl produziert, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Im 1. Quartal 2008 betrug die deutsche Stahlproduktion 12,1 Mio. t. Die effektive Kapazitätsauslastung liegt derzeit bei nahezu 100 %. Der Umsatz aller Unternehmen des Industriebereiches betrug in 2007 81,5 Mrd. €. Er lag damit um 12,4% höher als 2006. Im Inland konnte ein Zuwachs von 11,4% auf 55,5 Mrd. € erzielt werden. Diese hohen Wachstumsraten sind zum Teil auf die erheblichen Steigerungen der Preise für Vormaterial und Energie zurück zu führen.

Abnehmerbereiche sind vor allem der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, die chemische Industrie, die Elektroindustrie und das Baugewerbe. Die Branche selbst ist ein bedeutender Abnehmer von Produkten anderer Industriebereiche, insbesondere der Eisen- und Stahlindustrie. Im Jahr 2007 verarbeitete sie mit mehr als 19 Mio.t ca. 40% der für die Gesamtversorgung des Inlandmarktes benötigten Menge Stahls. Die Bedingungen für die Entwicklung der deutschen Gießereiindustrie im Jahr 2008 werden nach mittlerweile fünf Rekordjahren in Folge bei leicht nachlassender Dynamik insgesamt als  gut eingeschätzt. Der Investitionsgüter-, Transport- und Energiebedarf in der Weltwirtschaft wird weiter stark bleiben. Für die Gießereiindustrie bedeutet dies eine hohe Nachfrage für ihre Produkte wie z.B. Motorblöcke, Fahrwerks- und Getriebekomponenten, Turbinen, Teile für Windkraftanlagen und Schiffsantriebe, Stahlwerkswalzen und andere Walzwerkselemente. Es wird davon ausgegangen, dass die Branche somit auch 2008 erneut die Chance hat von der steigenden Nachfrage nach ihren Erzeugnissen zu profitieren.

Stahlindustrie

Die deutsche Stahlindustrie umfasste Ende 2007 knapp 100 Unternehmen mit ca. 92.300 Beschäftigten. Sie ist als Basisindustrie vor allem für die Stahl- und Metallverarbeitung, den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Bauwirtschaft von enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Deutschland erbringt knapp ein Viertel der Rohstahlproduktion der erweiterten EU-27 und belegte damit 2007 Platz 7 in der Welt (hinter China, Japan, den USA, Russland, Indien und Südkorea). Die ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg gehört weltweit zu den größten Stahlerzeugern (2007: rd. 14,5 Mio. t Rohstahl). In den letzten Jahren wurde ein gewaltiger Strukturwandel vollzogen; die Branche konzentrierte sich an wenigen Standorten; allein aus Nordrhein-Westfalen mit dem Stahlzentrum Duisburg sowie dem Saarland kamen im vergangenen Jahr etwa 54 % der gesamten Rohstahlproduktion. Gleichzeitig richtete sie ihr Produktspektrum verstärkt auf qualitativ höherwertige Stähle aus. Mit dem konsequenten Wandel vom Werkstofflieferanten zum Systempartner hat auch die Bedeutung der Stahlindustrie in der Wertschöpfungskette zugenommen. Während sich die Beschäftigtenzahl seit 1990 um mehr als 80.000 verringerte, stieg die Produktivität von 220 t Rohstahl je Beschäftigter auf 526 t im Jahr 2007.

Die Stahlunternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr insgesamt ca. 1,3 Mrd. € investiert und damit das hohe Investitionsniveau von 2006 (1,0 Mrd. €) noch übertroffen. Die deutsche Stahlindustrie ist fest in die internationale Arbeitsteilung eingebunden. Die Exportquote beträgt knapp 50 %. Derzeit werden drei Viertel des Außenhandelsgeschäftes innerhalb der EU abgewickelt.

 

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Gießereiindustrie (hier: Eisen-, Stahl- und Temperguss)

Im Bereich Eisen-, Stahl- und Temperguss waren Anfang 2008 in Deutschland 265 Betriebe tätig, in denen ca. 46.000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt waren. Ihre überaus hohe wirtschaftliche Bedeutung erwächst vor allem daraus, dass die Erzeugnisse der Branche wichtige Zulieferungen für andere Industriezweige sind. So wurden von der gesamten  Gussproduktion im Jahr 2007 56% an den Fahrzeugbau und 24% an den Maschinenbau geliefert. Der Trend geht dahin, dass Gießereien ihren Kunden zunehmend komplett fertig bearbeitete Teile anbieten oder einbaufertige Baugruppen liefern. Zwischen den Gießereien und ihren Abnehmern entstehen nach Aussage des Deutschen Gießereiverbandes e.V. (DGV), durch die Übernahme von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch die Gießereien über die Produktions- auch zunehmend Entwicklungs- und Serienpartnerschaften.

Die NE-Metallwirtschaft (Nichteisenmetallerzeugung)

Die deutsche NE-Metallindustrie umfasst die Bereiche Leichtmetalle (Aluminium, Magnesium, Titan) und Buntmetalle (Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel) sowie Edel- und Sondermetalle mit den Betriebsarten Hütten/Umschmelzwerke, Legierungshersteller, Halbzeugwerke, Gießereien, Pulverhersteller und NE-Metallhandel. Im industriellen Bereich handelt es sich um über 600 Unternehmen mit insgesamt ca. 111.000 Beschäftigten, davon ca. 60.000 Beschäftigte im Bereich der Erzeugung und ersten Bearbeitung, ca. 30.000 Beschäftigte in den Metallgießereien, die restlichen 20.000 Beschäftigten in der Aluminiumweiterverarbeitung und in der Feuerverzinkungsindustrie. Deutschland ist weltweit einer der größten Hersteller und Verbraucher von NE-Metallerzeugnissen. Die NE-Metallindustrie liefert Vorprodukte aus Metallen, Metalllegierungen und Verbindungen für Investitions- und Konsumgüter. Zu ihren Kunden gehören das Bauwesen, die gesamte Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrtindustrie, der Maschinen- und der Schiffbau, die Elektrotechnik, die feinmechanische und optische Industrie, der Verpackungssektor und die chemische Industrie.