Tourismus
Weltweit gilt die Tourismusindustrie bereits als größter Arbeitgeber. In Deutschland bietet die Tourismusbranche mit 2,8 Millionen Arbeitsplätzen (davon 1 Million im Gastgewerbe) immerhin acht Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland eine Beschäftigung. Die Tourismuswirtschaft allein stellte im Jahr 2006 115.000 Ausbildungsplätze. Neben wenigen großen Touristikkonzernen, die verschiedene Reiseleistungen unter einem Dach anbieten, ist die deutsche Tourismuswirtschaft mit ihren 245.00 gastgewerblichen Betrieben, 11.400 Reisebüros, 5.400 Busunternehmen mittelständisch geprägt. Touristikunternehmen gelten trotz bestenfalls durchschnittlicher Bezahlung und hoher Arbeitsbelastung als attraktive Arbeitgeber. Die Branche gehört weltweit zu den größten Wachstumsmärkten und liegt auch bei der Zahl der Beschäftigten im Spitzenfeld.
Branchenkonjunktur
Der Tourismus gilt weltweit als Wachstumssektor. Die deutsche Tourismuswirtschaft liegt in diesem Trend: 2006 erzielte Deutschland knapp 352 Millionen Übernachtungen aus dem In- und Ausland, 2007 konnte diese Zahl auf 360 Millionen gesteigert werden. Das deutsche Gastgewerbe insgesamt erzielte im Jahr 2006 ein Plus von nominal 1,4 Prozent. Hierbei hatte das Gaststättengewerbe zwar Umsatzeinbußen von -0,7 Prozent, dafür steigerte sich der Umsatz der Hotellerie um 4 Prozent. Obwohl die Zahl der Reisebüros um knapp 17 Prozent abnahm, hat Deutschland nach wie vor die höchste Reisebürodichte weltweit.
Deutschland ist weltweit Messestandort Nummer 1 und als Kongress- und Tagungsplatz auf Rang 2 (nach USA). Der Kreuzfahrtenmarkt entwickelt sich erfolgreich. 2006 konnte erstmals die Grenze von 1 Millionen Passagieren überschritten werden. Der Umsatz des deutschen Marktes für Kreuzfahrten betrug 1,7 Mrd. Euro.
Tourismus mit der Volksrepublik China entwickelt sich
Am 01. Juli 2002 hatten die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China ein Memorandum of Understanding zur Durchführung von Gruppenreisen chinesischer Staatsbürger nach Deutschland unterzeichnet. Auf dieser Grundlage konnten chinesische Bürger touristische Gruppenreisen nach Deutschland unternehmen. Inzwischen haben am 12. Februar 2004 die Europäische Gemeinschaft und die Staatliche Tourismusverwaltung der Volksrepublik China (CNTA) in Peking ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das Reisen chinesischer Touristengruppen nach Europa erleichtert. Die deutsche Fassung des Memorandums wurde im Amtsblatt der EU Nr. L 83/14 vom 20.03.2004 veröffentlicht.
Das Memorandum zwischen der Europäischen Gemeinschaft und CNTA ist am 01. Mai 2004 in Kraft getreten. Im Artikel 7 des Memorandums ist festgelegt, dass ab Inkrafttreten dieser Vereinbarung ähnliche Vereinbarungen oder sonstige Übereinkünfte zwischen China und einem Mitgliedstaat nicht mehr angewandt werden. Das bedeutet, dass die Reisen chinesischer Touristengruppen nach Deutschland nunmehr auf der Grundlage des Memorandums zwischen der Europäischen Gemeinschaft und CNTA vom 12. Februar 2004 erfolgen und das deutsch-chinesische Memorandum of Understanding vom 01. Juli 2002 nicht mehr angewandt wird.
Reiseveranstaltern und Reisebüros eröffnet sich damit ein noch größeres Geschäftsfeld. Die zwischen der Europäischen Gemeinschaft und CNTA unterzeichnete Vereinbarung gilt für 22 EU-Mitgliedstaaten, denen China den Status eines "zugelassenen Reiseziels" (ADS) zuerkannt hat. Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich sind an dieser Vereinbarung nicht beteiligt, handeln zur Zeit aber ähnliche bilaterale Übereinkünfte mit der Volksrepublik China aus. Die Vereinbarung regelt das Verfahren zur Beantragung eines Touristenvisums und enthält Bestimmungen, die die Rückführung illegal in der EU verbliebener chinesischer Touristen ermöglichen. In einer zum Memorandum gehörenden Gemeinsamen Erklärung zu den Durchführungsbestimmungen werden darüber hinaus die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Reisebüros und Reiseveranstaltern beider Seiten bei der Organisation von Gruppenreisen nach Deutschland geregelt.


