Studentische Unternehmensberatung
"Sie stecken noch mitten im Studium, und schon beraten sie gestandene Manager: Studentische Unternehmensberater liefern gute Arbeit für wenig Geld. Die Kunden sind zufrieden und die Studenten lernen potentielle Arbeitgeber kennen." (Manager Magazin).
Studentische Unternehmensberatungen sind von Studenten getragene Unternehmens- beratungen an Hochschulen oder im universitären Umfeld. In den meisten Fällen setzen sie sich aus Studenten der wirtschaftswissenschaftlich geprägten Studiengänge zusammen, wobei in den letzten Jahren auch hier vermehrt Interdisziplinarität Einzug hält. Studentische Unternehmensberatungen vermitteln Consultingaufträge zwischen Unternehmen und dem Hochschulnachwuchs. Arbeitgebern bieten sie preiswerte Leistungen und Recruiting-Möglichkeiten, Studierende knüpfen über solche Beratungsstellen Kontakte und testen das Beraterdasein aus. Studentische Unternehmensberater arbeiten schon heute in ihrem Job von morgen, knüpfen wichtige Kontakte und sammeln wertvolle Erfahrungen.
Gegründet wurden die studentischen Unternehmensberatungen im Allgemeinen, um den Studenten der jeweiligen Hochschule eine Möglichkeit zu geben, neben dem Studium Praxiserfahrungen zu sammeln. Aus Sicht von Unternehmen ist es vor allem der, verglichen mit großen Beratungen, relativ niedrige Preis, der die studentischen Unternehmens-beratungen interessant macht. Denn gerade für mittelständische Betriebe oder Existenzgründer sind die verlangten Honorare utopisch. Deshalb setzten genau diese Unternehmen verstärkt auf das aktuelle Hochschulwissen der Nachwuchsakademiker, das sie zu einem Bruchteil der sonst fälligen Gehälter für sich nutzen können.
Dabei steht die Arbeit der Jungberater in nichts nach. Durch die unterschiedliche Mischung an Wissen wird dem Kunden immer wieder aufs Neue ein interdisziplinäres Team zur Problemlösung zusammengestellt. Die Leistungen welche die studentischen Berater erbringen sind umfangreich. Sie erarbeiten problembezogene Lösungsvorschläge unter anderem in den Bereichen Existenzgründung, Marketing, IT oder Geschäftprozesse und Organisation.
Ursprünge
Ursprünglich stammt die Idee der studentischen Unternehmensberatungen aus Frankreich. Um theoretisches Wissen schon während des Studiums praktisch anzuwenden, wurden dort Mitte der 1960er Jahre die ersten Junior Enterprises (JE) gegründet.
Das Netzwerk der studentischen Unternehmensberatungen erstreckt sich heute über die ganze Welt. Seit 1992 koordiniert unter anderem der Dachverband JADE - European Confederation of Junior Enterprises - die Zusammenarbeit der europäischen studentischen Unternehmensberatungen. Das europäische Netzwerk umfasst ca. 30.000 Studenten. Die Zahl studentischer Unternehmensberatungen wächst: Die Firmen freuen sich über günstige Ratgeber - und der Nachwuchs macht wichtige Erfahrungen. Rund achtzig studentische Unternehmensberatungen gibt es in Deutschland, organisiert auf lokaler Ebene an den jeweiligen Hochschulen. Von ihnen haben sich mittlerweile 29 Vereine und rund 2300 Mitglieder im Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmens-beratungen (BDSU) zusammengefunden.
Der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen engagiert sich für die Verbreitung der Idee der Studentischen Unternehmensberatung an den Hochschulen sowie in der Wirtschaft und Öffentlichkeit in Deutschland. Neben der Koordination der deutschlandweiten Zusammenarbeit und des Erfahrungs- und Wissenssaustausches zwischen den Studentischen Unternehmensberatungen, forciert der BDSU auch die Intensivierung von Kontakten und Kooperationen auf internationaler Ebene. Der BDSU versteht sich als Qualitätssiegel. Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, liegt der Augenmerk ganz besonders auf der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards, die für alle BDSU-Mitglieder verpflichtend sind.
Liste der Mitglieder des BDSU
- Augsburg: Junior Management Spektrum e.V
- Bayreuth: Junior Beratung Bayreuth e.V.
- Berlin: Berliner Campus Projekt e.V.
- Berlin: Company Consulting Team e.V.
- Bielefeld: STUNT e.V.
- Braunschweig: Consult One e.V.
- Darmstadt: Junior Comtec Darmstadt e.V.
- Dortmund: VIA e.V.
- Dresden: PAUL e.V.
- Duisburg: Wissenschaft in der Praxis e.V.
- Frankfurt: GREEN finance consulting e.V.
- Furtwangen: Institut für Business Consulting e.V.
- Gießen: Infotec Gießen e.V.
- Göttingen: Consulting Team e.V.
- Greifswald: Capufaktur e.V.
- Halle: Campus Contact Halle e.V.
- Hamburg: Hanseatic Consulting - Studentische Unternehmensberatung e.V.
- Hannover: Janus e.V.
- Heidelberg: GalileiConsult e.V.
- Karlsruhe: delta e.V.
- Mannheim: INTEGRA e.V.
- München: Academy Consult München e.V.
- Münster: move - Studentische Unternehmensberatung e.V.
- Nürnberg: Junior Consulting Team e.V.
- Paderborn: Campus Consult e.V.
- Passau: INSTEAD e.V.
- Siegen: Study & Consult e.V.
- Stuttgart: Junior Business Team e.V.
- Weingarten: kreaktiv e.V.
Bezahlung?
Wird das Praktikum bezahlt? Wenn in der Praktikums-Ausschreibung „Verhandlungssache“ oder gar „keine Bezahlung“ steht, so ist dieses als klares Indiz dafür zu sehen, dass Sie als Praktikant nicht als mehrwertige Teamkraft sondern mehr als billige oder gar kostenfreie Arbeitskraft geschätzt werden. Ein guter Arbeitgeber ist immer bereit, je nach Auftrags- und Wirtschaftslage, auch angemessen die Leistung des Praktikanten zu bezahlen. Dies ist zum einen aus Motivationsgründen sicher auch im Sinne des Arbeitgebers, zum anderen auch aus Rücksicht vor dem Praktikanten dringend anzuraten, da dieser zumeist nicht die Möglichkeit hat, neben des Praktikums noch jobben zu gehen
Vertrag?
Ganz wichtig ist es, dass Sie einen Praktikanten-Vertrag bekommen, da eine schriftliche Vereinbarung wesentliche Punkte wie Beginn und Dauer des Praktikums, auszuübende Tätigkeiten, tägliche Arbeitszeit, Dauer der Probezeit, Höhe der Vergütung, Dauer des Urlaubs, Vergütung von Überstunden, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie Kündigungsvoraussetzungen festschreiben muss, und diese Punkte auch allesamt ganz wesentlich für den erfolgreichen Verlauf Ihres Praktikums verantwortlich sind.
Ruf?
Gerade für Absolventen besteht zunehmend die Gefahr einer Karriere als Dauerpraktikant in Branchen wie Werbung, Marketing, Jura, BWL oder Weiterbildung. In manchen Fällen missbrauchen Unternehmen gar die Hoffnung des Praktikanten auf einen Berufseinstieg sogar als Köder, um sehr gut ausgebildete Praktikanten für einen „Hungerlohn“ einzustellen, und ihn dann, nach Praktikumsende, quasie am Langen Arm verhungern zu lassen. Also Vorsicht vor allem auch vor Unternehmen, die ständig und viel inserieren, besonders in den kostenlosen Onlinestellenbörsen. Diese sind leider allzu häufig Mogelpackungen mit einem hohen Praktikantenverschleiß — jedoch ohne jegliche Einstiegschancen nach absolviertem Praktikum.
Vergütung?
Vor allem große, namhafte Unternehmen schreiben unbezahlte Praktika aus - und besetzen diese auch. Hier gilt der Ausspruch "wir zahlen mit unserem guten Namen", denn ein Praktikum bei einem namhaften Unternehmen macht sich in einem Lebenslauf immer gut, und das wissen auch die Personaler eben dieser Firmen. Und bevor Arbeitssuchende eine unschöne Lebenslauflücke in Kauf nehmen, wählen sie hier das kleinere Übel.
Hier ist es sinnvoll dem Unternehmen aufzuzeigen, dass Sie interessant für sie sein könnten:
- bereits gemachte Erfahrungen in der Branche
- Spezialistenwissen
- Belegung fachlich gesuchter Studiengänge und -schwerpunkte
- persönliche Stärken wie Verkaufstalent, Redegewandtheit
- persönliche Kontakte
- bereits absolvierte Praktika bei für das Unternehmen interessanten Firmen (z.B. Mitbewerber, mögliche Kooperationspartner)
- Ideen & Innovatives Denken (Vorsicht, nicht altklug wirken)







