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Chancen

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Ein Studienabbruch mündet keineswegs automatisch in die Arbeitslosigkeit ein. Ein Teil der
Studienabbrecher wechselt vielmehr fließend vom Studium in den Beruf, weil er schon vor dem Examen attraktive Arbeitsplatzangebote gesucht und erhalten hat. Der Arbeitsmarkt kann in diesem Fall eine den Studienabbruch begünstigende Sogwirkung ausüben. Für einige andere Studienabbrecher aber ist das Studium eine Orientierungsphase, die Klarheit über Berufsziele verschafft. Die betreffenden Studienabbrecher beginnen noch während des Studiums mit einer gezielten, aktiven Suche nach Ausbildungs- und Beschäftigungs- alternativen. Von besonderem Interesse sind daher die Bedeutung des Arbeitsmarktes beim Übergang von der Hochschule in anschließende Tätigkeiten, die konkreten Tätigkeiten der Studienabbrecher nach ihrer Exmatrikulation und die Zufriedenheit der Exmatrikulierten mit ihrer neuen Lebens- und Berufssituation.

Von Arbeitslosigkeit sind sowohl die Absolventen als auch die Studienabbrecher nur gering betroffen. Lediglich 8% der Abbrecher sind ein halbes Jahr nach der Exmatrikulation ohne Arbeit. Unter den Absolventen ist dieser Anteil mit 6% ähnlich hoch. Weitere 9% der Exmatrikulierten ohne Studienabschluss haben eine Fort- bzw. Weiterbildung oder ein Praktikum aufgenommen und 6% widmen sich Haushaltstätigkeiten. Unter den Studienab- brechern ist dennoch der Anteil derer, die ein halbes Jahr nach Exmatrikulation erwerbstätig sind, deutlich geringer als unter den Absolventen (42% vs. 80%). Dies gilt sowohl für befristete als auch für Festanstellungen. Begründet ist dieser Unterschied vor allem durch die hohe Bedeutung, die der Berufsausbildung bei den Studienabbrechern zukommt. keitsstruktur der Studienabbrecher damit kaum verändert.

Zusammenfassend lässt sich somit feststellen: Sowohl den Absolventen als auch den Studienabbrechern gelingt der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Arbeitslosigkeit spielt in beiden Exmatrikulationsgruppen kaum eine Rolle. Nahezu jeder dritte von ihnen hat nach dem Studium eine berufliche Ausbildung begonnen. Eine gewichtige Rolle spielt zudem die an das Examen anschließende weitere Ausbildung. Jeder fünfte Absolvent befindet sich im Referendariat, Anerkennungsjahr oder führt sein Medizinstudium im praktischen Jahr weiter. Die berufliche Selbständigkeit haben beide Exmatrikuliertengruppen zunächst vergleichsweise selten gewählt (7% der Absolventen bzw. 9% der Studienabbrecher).