Zahlen und Fakten
Von 100 deutschen Studienanfängern eines Jahrgangs bleibt gut ein Viertel auf der Strecke, meist zwischen dem siebten und achten Semester. Die Abbruchquote an den deutschen Unis liegt bei 23 Prozent, an den Fachhochschulen sind es 27 Prozent. Die Unterschiede je nach Fachrichtung sind nach einer Studie des Unternehmens Hochschul-Informations-System gravierend: Während an den Unis die Mediziner und Lehramtsstudenten mit 5 und 8 Prozent vergleichsweise niedrige Abbruchquoten haben, steigen besonders häufig Physiker (36 Prozent) und Informatiker (32 Prozent) aus; an den Fachhochschulen die Elektrotechniker (36 Prozent).
Die hohe Zahl der Studienabbrecher bedeutet einen erheblichen volkswirtschaftlichen Verlust. Nach jüngsten Berechnungen des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft kosten sie den Staat jedes Jahr 2,2 Milliarden Euro. Bedenkt man die privaten Investitionen der Studenten und das ihnen entgangene Mehreinkommen, kommen nach dieser Rechnung noch 7,6 Milliarden Euro indirekte volkswirtschaftliche Kosten hinzu (Studienabbrecher kosten den staat Milliarden)
Examensangst ist jedoch nur einer der möglichen Gründe für den Abbruch. Experten unterscheiden drei weitere Gruppen von Abbrechern: diejenigen, die sich - weil sie sich das Studium nicht mehr leisten können oder bereits vor dem Abschluss ein verlockendes Angebot erhalten - direkt ins Berufsleben stürzen. Dann diejenigen, die es aus gesundheitlichen oder familiären Gründen nicht packen, allen voran junge Mütter, die Kinderbetreuung und Uni nicht unter einen Hut bringen. Ihnen könnte das internet- basierte Lernen von zu Hause aus helfen, das an immer mehr Hochschulen möglich ist.
In der dritten Gruppe schließlich finden sich die, denen Studieninhalte und Anforderungen ihres Faches erst im Lauf des Studiums klarwerden und die dann feststellen, dass ihnen das für ihr Fach nötige Talent oder die Motivation fehlen - oder sogar beides. "Viele Studienabbrecher identifizieren sich irgendwann nicht mehr mit ihrem Studienfach und den sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten".




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