Eliteuniversitäten
Unter einer Eliteuniversität versteht man entweder eine Universität zur Ausbildung einer Funktionselite oder eine Universität zu der nur eine bestimmte Elite einer Gesellschaft Zugang hat oder aber eine Elite innerhalb der Kategorie der Universitäten. In Deutschland werden Universitäten als Eliteuniversität bezeichnet, wenn sie eine im weltweiten Vergleich exzellente Forschungsleistung erbringen.
Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition des Begriffes der. Der Begriff der Elite leitet sich etymologisch vom lateinischen "eligere" ab, was soviel wie auswählen bedeutet.
Durch die Exzellenzinitiative des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden so genannte Exzellenzcluster und Graduiertenkollegs an vielen Universitäten gefördert und somit eine breite Exzellenzbildung in bestimmten Schwerpunktbereichen gefördert. Dadurch kommen 9 ausgewählte Universitäten in den Genuss, zunächst auf 5 Jahre beschränkt, jeweils zusätzliche Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung gestellt zu bekommen. Damit wird beabsichtigt, eine Ausweitung international exzellenter Spitzenforschung zu begünstigen und ferner die Ausstrahlungskraft des deutschen Universitätssystems als Ganzem zu erhöhen.
Die Exzellenzinitiative der Bundesregierung hat zur Bewertung der Förderlinie „Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“ eine Gutachtergruppe zusammengestellt, welche sich mit der regelmäßigen Auswahl der Eliteuniversitätem befasst. Dieser Gutachtergruppe gehören folgede Personenkreise an:
- Exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die fachlich zum
- Profil der Universität passen
- Mitglieder mit akademischer Leitungserfahrung
- Industrievertreter
- Experten für Nachwuchsentwicklung, Gleichstellungsstellungsfragen und Hochschulsteuerung.
Die sechs "Elite"-Universitäten
Sechs weitere Universitäten gehören ab heute zur "Elite". Die Technische Hochschule Aachen, die FU Berlin, die Universitäten Göttingen, Heidelberg, Konstanz und Freiburg erhalten von 2007 bis 2011 im Rahmen der Exellenzinitiative finanzielle Zuschüsse zur Förderung ihrer Spitzen- und Breitenforschung. Ein Überblick:
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen:
Der Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt bei den Ingenieurswissenschaften, aufgrund derer die Hochschule Weltruf genießt. Hinter der Technik rangieren Naturwissenschaften, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Medizin. Die Hochschule hat gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich eine Allianz gebildet, die in Zukunft über einen Etat von 500 Millionen Euro im Jahr verfügen wird. Derzeit sind 31.000 Studenten eingeschrieben.
- Gesamtzahl Studierende 31.000
- Verwaltungsmitarbeiter 7.905
- Wissenschaftliche Mitarbeiter 4752
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter 3,79
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter 6,31
- Studienbeitrag pro Semester 500 €
Freie Universität Berlin:
Die FU wurde 1948 mit Hilfe der USA im Westteil von Berlin gegründet. Sie sollte ein Gegenentwurf zur traditionsreichen Universität Unter den Linden sein, die zu dieser Zeit unter den Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht geraten war. Heute zählt die FU mit 100 Studienfächern und mehr als 34.000 Studenten zu den größten Hochschulen Deutschlands.
- Gesamtzahl Studierende 34.000
- Verwaltungsmitarbeiter
- Wissenschaftliche Mitarbeiter
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter
- Berlin erhebt keine Studiengebühren
Georg-August-Universität Göttingen:
Bereits 1737 gegründet, bietet die Hochschule in 13 Fachbereichen rund 120 Studienprogramme. Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Bio-, Neuro- und Umweltwissenschaften sowie eine Vielfalt an Geisteswissenschaften. In Göttingen sind rund
24.000 Studierende immatrikuliert.
- Gesamtzahl Studierende 23.675
- Verwaltungsmitarbeiter 3.562
- Wissenschaftliche Mitarbeiter 7642
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter 6,65
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter 3,10
- Studienbeitrag pro Semester 500 €
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg:
Sie ist die älteste Universität in Deutschland. Gegründet wurde sie 1386 vom Pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I. Zunächst bestand sie aus vier Fakultäten: Theologie, Jura, Medizin und Philosophie. 1890 kamen die Naturwissenschaften dazu. Heute ist das gesamte Spektrum der Wissenschaften vertreten. Derzeit sind 26.000 Studenten eingeschrieben. Die Universität beschäftigt 380 Professoren und 11.500 Mitarbeiter.
- Gesamtzahl Studierende 25.744
- Verwaltungsmitarbeiter 12.000
- Wissenschaftliche Mitarbeiter 6.067
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter 3,35
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter 4,24
- Studienbeitrag pro Semester 500 €
Universität Konstanz:
Sie ist die kleinste unter den "Elite"-Universitäten. Die Hochschule wurde 1966 als Reformuniversität ohne medizinische und ingenieurwissenschaftliche Fakultäten gegründet. Anstatt der ursprünglich geplanten 3000 Studenten zählt sie heute knapp 10.000. Sie kommen aus 80 verschiedenen Ländern. Der Ausländeranteil beträgt 12,3 Prozent.
- Gesamtzahl Studierende 10.384
- Verwaltungsmitarbeiter 120
- Wissenschaftliche Mitarbeiter 480
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter 86,53
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter 21,63
- Studienbeitrag pro Semester 500 €
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:
Die Hochschule feiert in diesem Jahr ihr 550-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Universität 1457 durch Erzherzog Albrecht VI. Heute hat sie rund 22.000 Studenten und 11.780 Mitarbeiter. Gelehrt werden mehr als 60 Studienfächer in 11 Fakultäten.
- Gesamtzahl Studierende 21.258
- Verwaltungsmitarbeiter 11.780
- Wissenschaftliche Mitarbeiter 4935
- Verhältnis Studierende/Verwaltungsmitarbeiter 2,77
- Verhältnis Studierende/wiss. Mitarbeiter 4,31
- Studienbeitrag pro Semester 500 €
Quelle: www.tagesschau.de



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