Studienabschlüsse
Seit Beginn der Studienreform hat sich, zumindest bis zur Abschaffung der Diplomstudiengänge im Jahr 2010, eine ganz neue Möglichkeit der "Abschlusswahl" ergeben. Studienanfänger haben die Möglichkeit zwischen den aktuell noch angebotenen Diplomstudiengängen, Bachelor- und Masterstudiengängen sowie allen anderen die bisher auch existierten zu wählen. Die Qual der Wahl hat Vorteile, aber birgt sie auch die Gefahr, daß noch wenig "Praxiserfahrung" von Studierenden mit einem Bachelorabschluß vorliegt. Wie reagieren potenitelle Arbeitgeber auf den "neuen" Studiengang, wie verlaufen die neuen "Curricla" an den Hochschulen, wie stark sind die Probleme der Umstellung auf die neuen Studiengänge im Tagesablauf zu spüren. Untenstehende Grafik der HIS zeigt wie sich die Akzeptanz der neuen Studiengänge im Laufe der letzten Jahre gewandelt hat und immer mehr Studienanfänger ein Bachelostudiengang in Erwägung ziehen. Es bleiben aber Fragen über Fragen - daher stellen wir im Folgenden die einzelnen Studiengänge einmal vor:
Umfrage zum Bachelor-Studiengang
In einer Neuauflage einer Studie der HIS wurden die Studienanfänger, die sich für einen Bachelor-Studiengang entschieden haben, gebeten, die Gründe für diese Wahl anzugeben. Hierzu wurde ihnen eine Liste mit zentralen Merkmalen von Bachelor-Studiengängen bzw. mit durch sie angestrebten Zielen mit der Bitte vorgelegt, diese Aspekte in ihrer jeweiligen Bedeutung für die eigene Entscheidung einzustufen:
- kurze Studienzeit: Verkürzung der Studiendauer und damit Senkung des bislang durchschnittlich hohen Berufseintrittsalters von Hochschulabsolventen,
- gute Arbeitsmarktchancen: explizite Ausrichtung des Studiums am Ziel beruflicher Handlungsfähigkeit und vermehrter Möglichkeiten zur Individualisierung des Qualifikationsprofils,
- international verbreiteter Studienabschluss: durch Internationalisierung des Studiums Erleichterung des Wechsels an ausländische Hochschulen; dadurch Erhöhung der Mobilitätschancen der Studierenden und später der Berufstätigen,
- Möglichkeit der Studienfortsetzung mit einem Master-Studiengang: flexible Verknüpfung von (Erst-)Studium sowie gezielter (auch berufsbegleitender) Vertiefung und Weiterqualifizierung nach Maßgabe beruflich-praktischer Anforderungen und Erfahrungen; Möglichkeit zur Kombination unterschiedlicher Fachrichtungen und Schwerpunkte im Rahmen des gestuften Studienaufbaus,
- „Studierbarkeit“ durch studienbegleitende Prüfungen und kontinuierliche Leistungskontrollen, Verbesserung der Vorbereitung auf die berufliche Praxis durch Organisierung des Studiums nach thematisch und qualifikatorisch in sich geschlossenen Lehreinheiten.
Die Bachelor-Studienanfänger heben zwei Gründe für ihre Studienwahl mit Abstand am häufigsten als wichtig hervor:
- die Möglichkeit zur Fortsetzung des Studiums mit einem Master-Studiengang (79 %) und der Umstand, dass der Bachelor ein international verbreiteter Studienabschluss ist (67 %).Die herausgehobene Bedeutung beider Gründe gilt auch im Zeitvergleich.
- Schwankend, aber im Trend rückläufig ist die Erwartung guter Arbeitsmarktchancen mit einem Bachelor (von 60 % über 51 % und 53 % auf 42 % und zuletzt 47 %). Die vergleichsweise geringen Anteilswerte für diesen Aspekt sind sicher auch ein Reflex auf die unklare Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen, aber auch Ausdruck der nach wie vor großen Unsicherheit über die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt und im Beschäftigungssystem.
- Mit 47 % wieder deutlich häufiger als im Vorjahr (40 %) wird die „kurze Studienzeit“ als Entscheidungsgrund genannt.
- Dagegen spielen die spezifischen Merkmale der Bachelor-Studiengestaltung, Leistungspunktsysteme und Modularisierung der Lehrveranstaltungen mit 30 % eine vergleichsweise geringe, im Vergleich zum Vorjahr aber wieder größere Rolle.
Alle Gründe für die Wahl eines Bachelorstudienganges werden gegenüber dem vorherigen Wintersemester 2005/06 häufiger oder doch genau so häufig als wichtig genannt - damit kehrt sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr um. Damals waren im Vergleich zum Wintersemester 2004/05 alle Aspekte seltener als wichtig erachtet worden. Damit ist die generelle galtung von Bachelor-Studienanfängern gegen über ihrem Studiengang deutlich positiver geworden. Studienanfängerinnen betonen bei ihrer Entscheidung im aktuellen Wintersemester vor allem die internationale Verbreitung des Bachelorabschlusses, die guten Arbeitsmarktchancen und die kurze Studiendauer. Die anderen Gründe werden von Studienanfängerinnen ebenfalls etwas häufiger genannt. Für Bachelor-Studienanfänger an Fachhochschulen zählen als Entscheidungsgrund erheblich häufiger als für diejenigen an Universitäten „gute Arbeitsmarktchancen“ sowie „kurze Studienzeit“. Von den universitären Studienanfängern wird dagegen die Möglichkeit der Studienfortsetzung mit dem Master-Studium häufiger als wichtiger Grund genannt.
Quelle: HIS



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