Der Bachelorabschluß
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In vielen Ländern Europas ist diese Bezeichnung im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt worden, dessen Ziel die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums ist. Ein Bachelor-Studiengang hat meist eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, kann aber auch sieben oder acht Semester (also drei bis vier Jahre) dauern. Daran anschließen kann ein vertiefender Master-Studiengang, in Ausnahmefällen bereits die Promotion. Zum gleichnamigen Abschluss in den Vereinigten Staaten (USA) bestehen Unterschiede sowohl im Aufbau des Studiums als auch bei der Anerkennung der Abschlüsse.
Grundkonzept
Der Bachelor ist der niedrigste akademische Grad und der erste berufsqualifizierende Abschluss eines mehrstufigen Studienmodells. Die Regelstudienzeit beträgt sechs bis acht Semester.
Nach dem verbreiteten European Credit Transfer System (ECTS) sind bei sechs Semestern 180 Leistungspunkte (credit points) zu erwerben (210 bei sieben Semestern bzw. 240 bei acht Semestern), wobei ein Semester 30 Punkte umfasst und ein Punkt eine Arbeitsbelastung des jeweiligen Studenten von 25 bis 30 Stunden bedeutet. Dies ergibt rechnerisch eine durchschnittliche Arbeitsbelastung von 40 Stunden in der Woche bei sechs Wochen Urlaub im Jahr. Zu der Arbeitsbelastung zählt die gesamte Zeit, die vom Studenten für das Studium aufgewendet werden muss (also z. B. die Zeit für Vorlesungen, Seminare und Prüfungen, sowie die Zeit für deren Vor- und Nachbereitung).
Die meisten Bachelorstudiengänge beschränken sich auf ein einzelnes Fach. Einige Hochschulen bieten jedoch zusätzlich besondere Bachelorstudiengänge an, bei denen gleichzeitig mehrere Studienfächer belegt werden können.
Modulstruktur
Die Lehrveranstaltungen in Bachelor-Studiengängen sind durch Module strukturiert. Ein Modul fasst eine oder mehrere Lehrveranstaltungen mit einem Lernziel zusammen und ist die Einheit, für die Leistungspunkte vergeben werden. Durch den Bachelor-Abschluss wird die Vereinheitlichung der Studienabschlüsse in Europa und damit eine bessere internationale Vergleichbarkeit angestrebt.
Dazu gibt es detaillierte Vorgaben der Länder im Rahmen des Bologna-Prozesses, die insbesondere durch die Akkreditierung der Studiengänge gewährleistet werden, die durch Akkreditierungsagenturen durchgeführt wird. Durch diese externe Prüfung der Studiengänge soll sowohl die formale Kompatibilität zum Bachelor-System, als auch die Qualität der Lehre, des Lehrkörpers und der Studieninhalte geprüft werden. Bei den Akkreditierungsagenturen handelt es sich um Vereine, die wiederum vom zentralen Akkreditierungsrat akkreditiert werden. Die Akkreditierung, die meist optional, in Hamburg aber gesetzlich vorgeschrieben ist, wird meist erst nach Einführung eines neuen Studiengangs begonnen. Dies führt häufig zu der Kritik, dass die ersten Jahrgänge eines Bachelors Versuchskaninchen seien, da der Ausgang des Akkreditierungsverfahrens ungewiss ist.
Abschluss und mögliche Umorientierung
Mit dem Bachelor erwirbt der Student einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Der Bachelor-Abschluss ist aber auch Qualifikationsnachweis für ein anschließendes Masterstudium. Durch ein Masterstudium kann entweder das Studienfach fortgeführt und vertieft bzw. im fachlichen Zusammenhang fachübergreifend erweitert werden („konsekutiv“) oder eine fachliche Umorientierung erfolgen mit dem Wechsel in einen Masterstudiengang, der nicht auf das bisherige Studium aufbaut („nicht-konsekutiv“).
Studium und Beruf
Ziel der Einführung eines Bachelor-Abschlusses in Europa war neben der Vereinheitlichung innerhalb der EU und einer kürzeren Studiendauer auch ein stärkerer Praxisbezug des Studiums. Da in den Geistes- und Sozialwissenschaften die möglichen Berufsfelder oft nicht klar eingegrenzt werden können, werden in der Regel zwei oder drei Fächer studiert sowie Inhalte aus dem Bereich General Studies ergänzt. In den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern wird meist schon zu Beginn ein einzelnes Fach gewählt.


