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Duale Studiengänge

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Wen es noch schneller in die berufliche Praxis drängt, findet heute noch eine weitere attraktive Variante: Hochschulen und Wirtschaft haben die so genannten dualen Studiengänge entwickelt. Dabei sind die Ausbildung in der Wirtschaft und das Studium eng miteinander verzahnt, so dass man in relativ kurzer Zeit eine attraktive Qualifikation in Theorie und Praxis erwerben kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man von Anfang an Geld verdienen kann und eine Jobgarantie für später hat. Die Organisation ist unterschiedlich: Das Studium ist entweder im regelmäßigen Wechsel in die berufliche Ausbildung integriert oder mit einer Teilzeittätigkeit kombiniert. Die Studienphase kann aber auch auf eine abgeschlossene Berufsausbildung folgen. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.dualesstudium.de und unter www.think-ing.de auf der Serviceseite in der Rubrik Download.

Berufsakademien

Alle, denen ein Studium zu theoretisch ist, die aber mehr wollen als eine klassische Lehre, sind in Berufsakademien gut aufgehoben. Sie basieren auf dem dualen Ausbildungsprinzip, der praktische Unterricht wechselt sich also mit dem Lernen an einer Akademie ab. Den Ausbildungsvertrag schließt man mit einem Unternehmen ab. Man erwirbt nicht, wie an Universitäten und Fachhochschulen, einen akademischen Grad, sondern einen staatlichen Abschluss.

Auf dem Papier sind seit dem Beginn des Bologna-Prozess die Abschlüsse gleich. Dieser Prozess, der einen europaweit vergleichbaren Rahmen für das Hochschulstudium schaffen soll und die Diplomstudiengänge mit Bachelor- und Master-Programmen ersetzt. Früher war der an einer Fachhochschule erlangte Abschluss mit dem Zusatz "FH" bestückt, das ist nun nicht mehr der Fall. Die formale Gleichstellung erhöht den Anspruch der Fachhochschulen, ähnliche Dinge abzudecken wie die Universitäten. Zum Beispiel wollen die Fachhochschule sich stärker in der Forschung engagieren.

Die Ausbildung an Fachhochschulen und Universitäten ist inhaltlich dieselbe. Der Schwerpunkt der Universitäten liegt jedoch in der Forschung. Die Universität bildet im Gegensatz zur Fachhochschule keine Spezialisten, sondern Generalisten aus. In den sechs Semestern des Bachelor-Studiums werden allgemeine Grundlagen vermittelt. Zusätzlich werden Tutorien angeboten, ein sechswöchiges Grundpraktikum in einem Unternehmen ist vorgesehen. Im Master, der vier Semester dauert, steht dann die Spezialisierung an.

Noch ein Unterschied zwischen den beiden Hochschultypen: Während es an der FH außer der Hochschulreife, ersatzweise einem Meisterabschluss, keine Zulassungsbeschränkung gibt, steht an einer Universität vor der ersten Vorlesung eine Aufnahmeprozedur. Die Abiturnote spielt dafür eine Rolle, außerdem werden Auswahlgespräche geführt.

Mehr Studenten an der FH

An Deutschlands Hochschulen waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts zuletzt rund 320 000 Studenten in den Ingenieurwissenschaften eingeschrieben, 187 000 oder 55 Prozent davon an Fachhochschulen, 133 000 an Universitäten.

Quelle: vdi-online.de, Studieren, aber was? Dieter Herrmann, Angela Verse-Herrmann, Eichborn Verlag, 2007

Kennzeichen der Hochschultypen

 

Quelle: Studieren, aber was? Dieter Herrmann, Angela Verse-Herrmann, Eichborn Verlag, 2007